≡ Menu


Günstige gesetzliche Krankenversicherungen durch Selbstbeteiligung?

Bei den privaten Krankenversicherungen längst üblich kann der Kunde mit Wahl von Selbstbeteiligungen und Bonussystemen neuerdings auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung an der Kostenschraube drehen. Aber nur wer sich’s leisten kann oder nie erkrankt, spart echtes Geld. Die Gefahr ist, dass ein Geringverdiener Beitragsrückerstattungen oder niedrige Prämien durch Selbstbeteiligung über seine Gesundheit stellt. Das kann sich rächen, denn die Behandlung verschleppter Krankheiten wird umso teurer für Krankenkasse, was die Beiträge in die Höhe treibt. Auch könnte eine Heilung gar unmöglich werden. Zudem ist nach Wahl solcher Vergünstigungen oft ein Wechsel der Krankenkasse für drei Jahre nicht möglich. Daher sollte man sich genau überlegen, ob man eine Selbstbeteiligung finanziell stemmen kann oder wirklich wenig krank ist. Mit zunehmenden Alter sinkt jedoch die Wahrscheinlichkeit ohne ärztliche Behandlung ein ganzes Jahr zu überstehen. Ich halte Selbstbeteiligungen und Bonussysteme bei privaten oder gesetzlichen Krankenversicherungen grundsätzlich für sinnvoll. Wenn jedoch eine Beitragsrückerstattung an “nicht krank sein” gekoppelt wird, dann ist das falsch. Der bessere Weg wäre, dies an eingereichten Arztrechnungen festzumachen. Entweder der Kunde bezahlt sie selbst oder reicht sie bei seiner Krankenversicherung ein, sobald die Summe sein Budget oder den Betrag einer künftigen Beitragsrückerstattung übersteigt. Damit würde die Entscheidung auf rein finanzieller Ebene getroffen und nicht mit einer gesundheitlichen Komponente vermischt.

Technorati Tags: , , ,


Dieser Artikel ist Teil 4 von 19 der Serie Ratgeber Geld: Versicherungen - Tipps und Hintergründe



{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

banner