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Krankenversicherung: Goldgrube Privatpatient?

Durch die Hans Böckler Stiftung beauftragte Gesundheitsökonomen haben in einer Studie festgestellt:
“Ärzte erhalten für Behandlung von Privatpatienten doppelt so hohe Vergütung wie bei gesetzlich Versicherten”

Zudem würden Privatpatienten bevorzugt und hätten kürzere Wartezeiten.

Kann ich nicht nachvollziehen. Als Privatversicherter partizipierte ich von einem Bonussytsem, das da bis zu sechs Monatsbeiträge erstattete, wenn ich bei meiner Versicherung im laufenden Abrechnungsjahr keine Arztrechnungen einreichte, sondern diese aus eigener Tasche bezahlte. Ein Rechenexempel, welches mich veranlasste, die Rechnungen der Ärzte genau zu prüfen und im Abgleich mit der Gebührenordnung auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren. Auch waren meine Wartezeiten bei weitem nicht kürzer als die der Kassenpatienten, in keinem Falle.

So hielt mir eine zum ersten Mal aufgesuchte Zahnärztin – statt vernünftig ihren Job zu machen – lieber einen Vortrag, welch schlechte Menschen doch Privatpatienten aufgrund deren Zahlungsmoral seien. Auf die Bezahlung ihrer Leistungen durch die Krankenkassen bräuchte sie nicht zu warten und erhielte immer ihr Geld. Die Höhe der Rechnung der besagten Zahnärztin verhielt sich auch prompt überproportional zur erbrauchten Leistung, was die vorgenannte Studie belegen könnte. Aber, im Abgleich mit der Gebührenordnung und Rücksprache mit der Ärztekammer strich ich die Beträge einzelner Rechnungspositionen zusammen und reduzierte den Rechnungsbetrag um ca. 40 Prozent, entsprechend der tatsächlich erbrachten Leistung.

Sicher habe ich die Zahnärztin damit in ihrer Meinung bestärkt, was ich aber damit zeige: Es liegt an jedem Privatpatienten selbst, wie tief sein Arzt ihm in die Tasche greift, so dass ich oben genannte Studie doch sehr kritisch betrachte.
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