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Mietnomaden – So können Sie sich schützen

Mietnomaden präsentieren sich gepflegt, seriös und scheinbar solvent. Sitzen sie jedoch erst mal in der Wohnung, dann zahlen sie keinen Cent Miete und der Vermieter bleibt auf den Kosten eines langwierigen Rechtsstreits sitzen. Der Schaden kann schnell die Zehn-Tausend-Euro-Grenze überschreiten, denn Mietnomaden haben zudem den Ruf eine Wohnung – so sie denn einmal erfolgreich herausgeklagt wurden – in wüstem Zustand zu hinterlassen.

Zum Schutze gegen finanzielle Einbussen empfiehlt FTD entweder eine Mietnomadenversicherung oder Factoring. Diese Varianten kosten jedoch zusätzlich Geld. Die Versicherung zahlt ausserdem nicht sofort, sondern in der Regel erst wenn der Vermieter einen rechtskräftigen Titel besitzt, der Schaden also durch Gerichtsbeschluss bestätigt wurde.

Prävention
Einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben. Wenn der Vermieter jedoch vor Hinterlegung der Mietkaution den Wohnungsschlüssel übergibt, dann spielt das Mietnomaden in die Hände.

Was kann der Vermieter im Vorfeld tun?

Vor Abschluss des Mietvertrages sollte die Bonitätsprüfung stehen:

  • Selbstauskunft mit Schufaklausel
  • Schufa-Abfrage
  • letzte drei Gehaltsnachweise
  • Einkommenssteuererklärungen, Einkommenssteuerbescheide und Jahresabschlüsse bei Selbständigen
  • Bankauskunft
  • Auskunft des bisherigen Vermieters

Die Selbstauskunft zeigt Einkommens- und Vermögensverhältnisse des künftigen Mieters, nachgewiesen durch Gehaltsabrechnungen, Einkommenssteuererklärungen, -bescheide und Jahresabschlüsse. Schufa-Abfrage und Bankauskunft klären über Zahlungsmoral und Zahlungsverhalten auf. Wie ist die Kontoführung, werden Kredite bedient oder gab es in der Vergangenheit Zahlungsunregelmässigkeiten (Leistungsstörungen). Die Aussagen des bisherigen Vermieters bestätgen das Zahlungsverhalten.

Vermieter und Mieter sollten sich persönlich kennen. Das schafft Vertrauen und hilft, Probleme gemeinsam zu lösen.

Nach Abschluss des Mietvertrages sollte die Mietkaution (Bankbürgschaft, verpfändetes oder abgetretenes Kontoguthaben) hinterlegt werden. Erst dann wird die Wohnung und der Schlüssel übergeben.

Damit hat der Vermieter sein Mietausfallrisiko im Vorfeld minimiert. Ist er besonders ängstlich oder besitzt mehrere vermietete Immobilien, so kann zusätzlich eine Mietnomadenversicherung oder – was ich für besser halte – Factoring Sinn machen. Ein weiterer Vorteil solider Prävention ist die Bereitschaft der Versicherung zur Schadensregulierung nach Mietausfällen.



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