≡ Menu


Warum Rating-Agenturen für die Wirtschaft wichtig sind

Rating-Agenturen liefern für Investoren, Geschäftspartner und Kunden wichtige Schulnoten von Ländern, Unternehmen und Privatpersonen.

Jeder kennt es aus seiner Schulzeit. Gute Noten hat man sich selbst verdient, aber an den schlechten ist der Lehrer schuld. Genauso verhält es sich mit den Rating-Agenturen und ihren Schulnoten für Wirtschaft und Politik. Verständlich ist daher, wenn heute der französische EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier den drei großen US-Ratingagenturen die Schuld für das Versagen von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und seiner konservativen Partei UMP gibt und ein Verbot von Länder-Ratings fordert. Ob das Frankreichs Bonitäts-Bestnote “AAA” rettet, darf zu Recht bezweifelt werden.

Ohne Ratings funktionieren weder Wirtschaft noch Handel

Aktionäre, Investoren und Kunden sind über Ratings von Unternehmen oder Geschäftspartnern dankbar, weil diese Bewertungen Vertrauen schaffen, Verluste minimieren und so Arbeitsplätze erhalten. Exporteure und sogar der Staat mit seinen Hermes-Bürgschaften stützen sich auf Länder-Ratings, wenn sie Handel treiben oder Investitionen im Ausland absichern. Schufa und Creditreform informieren Banken und Mittelstand. Und wer will schon beim Weihnachtseinkauf 14 Tage lang auf den Kredit für seinen neuen Fernseher warten?

Jede Hausfrau mit Taschenrechner könnte die DAX-Konzerne bewerten

Dabei könnte jede Hausfrau, die des Lesens und Rechnens mächtig ist, Firmen und Staaten bewerten. Die Daten von börsennotierten Unternehmen sind ebenso öffentlich wie die der Länder. Um ein Rating zu erstellen, braucht es lediglich Recherche, Analyse und einen gesunden Menschenverstand. Die Bewertung der Unternehmenszahlen und Unternehmensführung, der sogenannten harten und weichen Fakten, erfolgt wie beim Kauf der Weihnachtsgans im Supermarkt. Nur läuft der Prozess der Entscheidung für oder gegen die Gans automatisch in unserem Unterbewusstsein ab, weil wir es mit relativ wenigen Daten zu tun haben, wie Preis, Haltbarkeit, Aussehen oder Geschmackserfahrung.

Rating-Agenturen nehmen uns die Arbeit ab

Einen Konzern mit einhunderttausend Mitarbeitern zu bewerten, braucht dagegen Zeit und macht eine Menge Arbeit. Banken wie Rating-Agenturen beschäftigen dafür ganze Analysten-Abteilungen. Dabei werden Daten gesammelt und das Unternehmen in Themenbereiche gegliedert. Die historische Entwicklung wird betrachtet, ebenso die Branche, der Wettbewerb und die Nachfrage, die Qualität der Produkte. Viele kleine Bausteine werden beurteilt und benotet. Am Ende werden diese sogenannten Teilratings je nach ihrer Wichtigkeit zur Ratingnote zusammengefasst.

Diese immense Fleißarbeit nehmen uns Rating-Agenturen ab. Wobei offizielle Ratings dann doch nur Meinungen sind. Niemand muss sich danach richten. Jeder darf und sollte sich seine eigene Meinung bilden.



{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

banner