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AKW Fukushima: Atom-Unfall ist dreifacher Super-GAU

Greenpeace fordert für den Atom-Unfall in Japan die höchste Einstufung auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES). Streng genommen ist sogar jeder beschädigte Reaktor im AKW Fukushima 1 Daiichi ein Atom-Unfall für sich. Drei davon gehören in Stufe 7 der INES-Skala.

Earthquake and Tsunami damage-Fukushima Dai Ichi Power Plant, Ja

Die Umweltschützer von Greenpeace gehen aufgrund einer Studie davon aus, dass der Atom-Unfall im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 Daiichi in die höchste Stufe auf der von 0 bis 7 festgelegten Unfallskala eingeordnet werden muss. Die offiziell bekannten Mengen an freigesetzten Radionukliden Jod 131 und Cäsium 137 würden eine Einstufung in Stufe 7 der INES-Skala erfordern. Die japanische Regierung versucht den Atom-GAU von Fukushima entgegen Experten-Meinungen bislang mit Stufe 5 zu verniedlichen.

In einer Studie für Greenpeace hatte der Physiker Dr. Helmut Hirsch die Daten der französischen Strahlenschutzbehörde (IRSN) und österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ausgewertet. Im Ergebnis stellt der Wissenschlaftler fest, dass die Gesamtmenge an freigesetztem Jod 131 und Cäsium 137 die Einstufung in die Höchststufe 7 erfordert.

“Die höchste Stufe der Unfallskala der IEAO ist jetzt erreicht”,

erklärt der Kernphysiker und Atomexperte von Greenpeace Heinz Smital und weiter:

“Es sind derart große Mengen an Radioaktivität freigesetzt worden, dass die derzeitige Katastrophe im AKWFukushima 1 jeden Vergleich sprengt. Und die Freisetzung geht weiter.”

Katastrophe im AKW Fukushima Daiichi ist ein drei- bis fünffaches Tschernobyl

Im Kernkraftwerk Tschernobyl war nur ein Reaktor havariert. Im AKW Fukushima Daiichi steht dagegen in drei bis fünf Blöcken eine Katastrophe bevor, meinen Greenpeace-Experten. Bereits in drei Reaktoren wurde die Kernschmelze durch Kühlwasserverlust beschleunigt. Das Abklingbecken des Reaktors 4, in dem hochgefährliche MOX-Brennelemente gelagert sind, lag mehrfach trocken, fing Feuer und Wasserstoff explodierte. Die sehr hohen Strahlungswerte um Reaktor 1 und 3 weisen vermutlich auf beschädigte Reaktordruckbehälter hin. Der Reaktor 3 wird mit MOX-Brennelementen betrieben, die neben Uranoxid auch das hochgefährliche Plutoniumoxid enthalten.

Jeder der drei akut gefährdeten Reaktoren ist ein Super-GAU für sich und gehört in INES-Stufe 7 eingeordnet. Da aber alle havarierten Reaktoren im AKW Fukushima Daiichi aufgrund der Gesamtdosis an freigesetzter Radioaktivität gemeinsam betrachtet werden müssen, reicht die INES-Skala für Bewertung nicht mehr aus:

“Der Sinn der INES-Skala ist, die Menschen zeitnah über mögliche Bedrohungen radioaktiver Unfälle zu informieren. Daher ist es absolut unzureichend, wenn die Skala jeden Reaktor einzeln betrachtet und die Gesamtdosis aller Reaktoren außer Acht lässt”,

erläutert Smital.

“Diese ist aber letztlich für die Gesundheit der Menschen wesentlich.”,

kritisiert der Atomexperte.

Entgegen allen Beteuerungen der Atomlobby und ihrer internationalen Atomaufsicht IAEO konnte die westliche Welt mit ihren vermeintlich sicheren Reaktoren beweisen, dass sogar Tschernobyl noch zu toppen ist. Wobei diesmal nicht nur der Mensch sondern die Technologie insgesamt versagt hat.

Foto: DigitalGlobe / CC



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