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AKW Fukushima: Reaktor-Druck übersteigt die doppelte Belastbarkeit

Der Druck im Reaktor des Atomkraftwerkes Fukushima übersteigt das Zweifache seines zugelassenen Wertes. Droht Japan ein Tschernobyl 2.0?

Japans Atomkraftwerke an der durch das schwere Erdbeben betroffenen Küste kämpfen ums Überleben. Nachdem die Hauptversorgung durch das Stromnetz zusammengebrochen war, konnte die Notstromversorgung mit Hilfsdieseln am AKW Fukushima nicht gesichert werden. Derzeit läuft die Kühlung des Reaktors in Fukushima über Batterien. Für die Ingenieure ist es somit ein Wettlauf gegen die Zeit. Sind die Batterien in einigen Stunden leer, muss eine andere Stromquelle bereit sein.

Der Druck im Reaktor steigt. Wie das japanische Handelsministerium laut Twitter-Meldungen mitgeteilt haben soll, beträgt wohl der Dampfdruck inzwischen das 2,1-fache des zugelassenen Wertes. Derzeit überlegen die Verantwortlichen, einen Teil des Dampfes in die Umgebung abzulassen, um den Reaktor zu entlasten. Ob dabei Radioaktivität austreten kann, ist noch unklar.

Auch ein abgeschalteter Reaktor produziert noch immer soviel Hitze, dass ohne ausreichende Kühlung eine Kernschmelze droht. Der Kühlkreislauf wird im normalen Betrieb durch elektrische Pumpen aufrecht erhalten, die am Stromnetz hängen. Bleibt der Kühlmittelfluss infolge eines Stromausfalls und Versagen der Notstromversorgung stehen, so entwickeln sich, wie in Tschernobyl, Dampfblasen, die den Reaktor sprengen können.

Das AKW Fukushima liegt rund 250 nördlich von Tokio an der Ostküste Japans. Bislang wurden 3.000 Menschen aus der Region evakuiert.



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