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Bundesbank: Thilo Sarrazin über Hartz-IV, Mütter und Rentner

Aus den nüchternen Geschäftsräumen der Bundesbank dringen neuerdings provokante Töne. Seit Thilo Sarrazin (SPD) mit im Vorstand von Deutschlands wichtigster Bank sitzt, müssen wir uns auf etwas gefasst machen. Sarrazin hatte als Finanzsenator unlängst Berlins Haushalt auf Kosten der sozial Schwachen gesund geschrumpft und profitabel aufgestellt, was ihm den Spitzennamen “Sparsenator” einbrachte. Der 64-Jährige teilt gern aus und spricht Klartext. Unbequem, ruppig und laut. Gegenüber Stern äusserte der Bundesbanker Kritik an energieverschwendenden Hartz-IV-Empfängern, plädierte für ein Sozialsystem mit Geburtenkontrolle und für Rentenkürzungen.

So würden viele Hartz-IV-Empfänger bei offenem Fenster die Heizkostenzuschüsse der Städte und Gemeinden verschwenden, Frauen durch Kinder ihren Lebensunterhalt aufbessern, aber im selben Augenblick warnt Sarrazin vor der steigenden Belastung der immer weniger werdenden Erwerbstätigen durch die wachsende Anzahl von Rentnern.

Wie schon in Berlin, bietet Sarrazin auch als Vorstandsmitglied der Bundesbank als einzige Lösung den alle Ausgaben streichenden Rotstift.

Spinnen wir mal seinen schrulligen Faden weiter und schauen mit ihm in die Zukunft, so 25 bis 30 Jahre. Was sehen wir? Ein Deutschland ohne Nachwuchs, ohne Fachkräfte mit abwandernder Industrie und Forschung, mit frierenden Rentnern am Existenzminimum, aber einer schwarzen Null im Bundeshaushalt. Wirklich rosig!

Die Bundesbank hat sich inzwischen von Sarrazins Äusserungen distanziert, jedoch noch keine Personalentscheidung getroffen.

Foto: Stephan Mosel / CC



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