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Die Doppelmoral des Rechtsanwalts Joachim N. Steinhöfel

Rechtsanwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel, eingetragen im Hamburger Anwaltsverzeichnis der Rechtsanwaltskammer Hamburg (Oberlandesgerichtszulassung inklusive) kennt jeder. Nicht? Dann zur Erinnerung, RA J. N. Steinhöfel hat sich als TV-und Medien-Star aber auch durch die umstrittene Vertretung seines Mandanten Media-Markt und seiner selbst einen Namen gemacht.

Dies vorausgeschickt, fielen mir die Standpunkte auf, die Herr RA Steinhöfel auf seiner Website publiziert. Noch! 51 sind’s an der Zahl, welche über mehrere Jahre mit “Copy & Paste” detailliert und unverändert inklusive Logos, Coporate Design von diversen auch internationalen Print- und Online-Medien inklusive Bildmaterial namhafter Nachrichtenagenturen in seine eigene Website integriert wurden. Nach Sicherstellung aller Screenshots, Anfertigung einer Aufstellung der “Originale und Kopien” und zunächst stichprobenartiger Rücksprache mit Agenturen und Medien kristallisiert sich heraus, dass die betroffenen Urheber und Rechteinhaber ob des Tuns unseres Staranwalts nicht begeistert sind. Die Meinungen gehen derzeit von “Löschung der Kopien genügt” bis hin zur “strafbewehrten Rechnungslegung” auf Basis des Zeitraumes der Veröffentlichung pro Artikel oder Foto. Das wird auf jeden Fall teuer. Wie die Amerikaner reagieren, wird die Zukunft noch zeigen. Allein die New York Times ist mit 12 Artikeln betroffen.

Mal schauen:

Zunächst ist interessant, dass diverse “Steinhöfelsche Kopien” bei Google-Such-Abfragen auf vorderen Rängen und oft noch vor den Originalen plazieren:

Dann ist es schon kurios, wie sich einige Originale mit ihren Kopien verblüffend ähneln:

Original by National Review Online

Kopie

Original by weltwoche.ch

Kopie

Weiterhin interessiert den Leser sicherlich, dass auf die Archive von Spiegel oder New York Times nur nach Bezahlung zugegriffen werden kann, was durch die Publizierung durch RA Steinhöfels Standpunkte in diesen Fällen ausgehebelt wird:

Spiegel Archiv-Zugriff

Volltext-Kopie mit Foto bei steinhoefel.de

NYT Archiv-Zugriff

Volltext-Kopie bei steinhoefel.de

Ritsch ratsch, copy & paste inklusive Fotos:

Ob das alles so im Sinne der Rechteinhaber ist? Wie die wohl darauf reagieren? Was wird die Hamburger Anwaltskammer dazu sagen? Ich bin gespannt! Stay tuned!

Update – 30.01.2007:
Der Spiegel hat sich inzwischen nun doch zu einer offiziellen Stellungnahme hinreissen lassen:

“Übrigens hat Rechtsanwalt Steinhöfel offensichtlich einige Wissenslücken im Bereich Medien- und Urheberrecht. Auf seiner Homepage veröffentlicht er Texte verschiedener Medien, darunter auch aus dem SPIEGEL und von SPIEGEL ONLINE. Eine Genehmigung dafür hatte er nicht.”

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{ 6 comments… add one }

  • Till Januar 30, 2007, 15:43

    Servus, er wäre angenehmer, denn die Screenshots nicht als BMP, sondern in einem komprimierten Dateiformat (JPEG, GIF, PNG) veröffentlicht wären. Das würde das Unterhaltungs-Erlebnis weiter stärken :-)

  • Frank Kerkau Januar 30, 2007, 18:20

    Marco, bitte niemanden beleidigen. ;)

  • Frank Kerkau Januar 30, 2007, 22:28

    Hm, bei meinem Firefox (WinXP) werden sie angezeigt. Ich schau mir’s an.

  • Frank Kerkau Januar 30, 2007, 23:44

    Till und Rolf, ich hab jetzt die Screens als JPGs eingestellt und hoffe es ist besser. Vergrössern werde ich sie nicht w/Copyright.

    Btw., RA’s und Notare werden vor dem Gesetz in Sachen Eigenwerbung an der kurzen Leine geführt. Ich hab kein Problem, wenn sie sich im Internet präsentieren.

  • Marco Januar 31, 2007, 13:13

    Zunächst einmal Entschuldigung, falls ich im Eifer des Gefechts beleidigende Bemerkungen gemacht habe. Das war der Sache nicht dienlich. Mea culpa!

    Interessanterweise hat die VÖ des Artikels hier eine Teilwirkung erzielt.

    Die Spiegel online – relevanten Artikel wurden nunmehr entfernt und mit dem kostenpflichtigen Spiegel Dossierarchiv verlinkt. Dies bestätigt die Vermutung, daß Herr Steinhöfel keine Befugnis hatte, diese Artikel auf seiner Website zu veröffentlichen.

    Steinhöfel scheint nicht sonderlich amused. Dies ist in seinem Gästebuch eindrucksvoll dokumentiert.

    Dort ist u.A. von Personen “die früher als Stasi-Spitzel hätte Karriere machen können, erfolglos Denunziantenmails in die ganze Welt versandt hat.” die Rede. Auch weitere beleidigenden Kommentare gegenüber dem Autor des Artikels “Die Doppelmoral des Rechtsanwalts Joachim Steinhöfel” sind dort zu finden.

    Grüße

    M

  • Marco Februar 7, 2007, 14:32

    Hallo,

    eine kurze Wasserstandsmeldung:

    Inzwischen sind es “nur noch” 37 Artikel auf der Steinhöfelschen Website. Warum das wohl so ist?!

    ;-))

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