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EHEC-Infektion: 100 Patienten suchen Spender-Niere

EHEC aktuell: Tausende erkrankten seit Anfang Mai an der gefährlichen Darmseuche. 35 Menschen starben. Etwa 100 Patienten sind derzeit auf Dauerdialyse angewiesen. Spender-Nieren werden knapp. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach warnt vor weiteren EHEC-Wellen.

Die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen geht nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) langsam zurück. Salat, Gurken und Tomaten dürfen nun auch wieder roh verzehrt werden. Der EHEC-Erreger O104 wurde durch Sprossen übertragen. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Aber die Folgen der EHEC-Epidemie sind dramatisch. Seit Anfang Mai wurden 3.235 EHEC-Fälle an das RKI gemeldet (Stand 13.06.2011). Experten schätzen die Zahl der EHEC-Patienten auf mehr als 4.000. 782 Menschen erkrankten offiziell am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). 35 Patienten erlagen der EHEC-Infektion oder dem HU-Syndrom.

100 Patienten erlitten so schwere Nierenschäden, dass sie derzeit auf Dauerdialyse angewiesen sind und ein Spenderorgan brauchen, erklärte Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegenüber der BILD am SONNTAG (BamS).

Der Politiker warnte vor weiteren EHEC-Ausbrüchen auch in Deutschland. Die EHEC-Erreger seien weltweit auf dem Vormarsch. Lauterbach kritisierte, dass die langen Meldewege zur Ausbreitung der EHEC-Epidemie beigetragen hätten. Die Krankenhäuser müssten künftig solche Fälle direkt per E-Mail an das RKI melden.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) forderte gegenüber der BamS ebenfalls eine Überprüfung der Meldeverfahren.



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