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Experten: Gau im AKW Fukushima – Nur Kernschmelze verursachte diese Explosion

Die Explosion des Reaktor-Gebäudes eins im Atomkraftwerk Fukushima I Daiichi konnte nur eine Kernschmelze verursachen, glauben Experten.

Die Nuclear and Industrial Safety Agency (NISA) gab heute abend bekannt, dass die Ursache der schweren Explosion des Reaktor-Gebäudes des an der Küste gelegenen AKW Fukushima-Daiichi (Video) 250 Kilometer nördlich von Tokio nur durch das Schmelzen des Reaktor-Kerns erklärbar sei.

Ein weiteres Indiz dafür wäre der starke Anstieg von Cäsium und Jod in der Umgebung des Kraftwerkes, meldet NIKKEI. Diese Elemente entstehen als Nebenprodukte bei der Kernspaltung.

Greenpeace-Mitarbeiter Karsten Schmid sprach gegenüber dem ZDF ebenfalls von einem Gau. Er gehe von einer Kernschmelze aus. Dadurch sei es zu einer Wasserstoffexplosion gekommen.

Hintergrund: Wasser kann man durch Zufuhr extremer Hitze in Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Werden die beiden Elemente nicht sofort getrennt, kann das Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch explodieren.

Japanische Medien berichten, die Strahlung hätte die Grenzwerte weit überschritten.

Kabinettssekretär Yukio Edano versicherte am Samstag aber, weil das Gebäude zerstört ist, sei die Reaktorhülle aus Stahl noch intakt. Man wolle daher den Reaktorkern mit Meerwasser fluten. Die Strahlenwerte lägen nur geringfügig über dem, was ein Mensch innerhalb eines Jahres sicher verträgt.

Menschen erhalten Jod-Tabletten

Die japanische Regierung hat inzwischen die Sicherheitszone rund um das Kraftwerk von 10 auf 20 Kilometer erweitert. Betroffen sind über 50.000 Menschen. Hilfskräfte verteilen Jod-Tabletten an die Bevölkerung. Sie sollen die Folgen einer Verstrahlung mindern.

Die Reaktoren der Atomkraftwerke Fukushima I Daiichi und Fukushima II Daini waren nach dem gestrigen schweren Erdbeben vor Japans Küste aus Sicherheitsgründen automatisch abgeschaltet worden. Nach dem darauffolgenden Tsunami sind jedoch mehrere Kühlsysteme der 10 Atommeiler ohne Strom. Mehrere Reaktoren befinden sich nach Angaben des Betreibers Tokyo Electric Power Company (TEPCO) im kritischen Betriebszustand.



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