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Japans Atomunfall – Ein Super-GAU für die Wahrheit

Noch während der Katastrophenbekämpfung im AKW Fukushima 1 Daiichi ziehen Betreiber TEPCO, Japans Regierung und die internationale Atomaufsicht IAEO alle Register, um Fakten zu verschleiern und die Ausmaße der Katastrophe zu verniedlichen. Dass der IAEO-Chef ein Japaner ist, kommt dabei sehr gelegen. Die Folgen sind für Mensch und Umwelt dramatisch.

Ich meine, was haben wir denn?

Wir haben

  • ein AKW mit sechs havarierten Reaktoren,
  • vier Wasserstoff-Explosionen,
  • zwei Brände im Block 4,
  • trockene Brennelemente,
  • defekte Reaktordruckbehälter,
  • eine unbewohnbar verseuchte Region im Umkreis von mindestens 30 Kilometern,
  • mindestens 17 verstrahlte Arbeiter vor Ort,
  • immer wieder Arbeitsunterbrechungen an den Reaktoren durch erhöhte Strahlenwerte,
  • Austritt von Jod 131 und Cäsium 137,
  • stark angestiegene Strahlenbelastung vor Japans Küste,
  • Radioaktivität in Trinkwasser und Lebensmitteln im 250 Kilometer entfernten Tokio,
  • radioaktives Jod 131 in Europa.

Aber die Verantwortlichen von TEPCO, Japans Regierung und IAEO tun so, als ob in vier Wochen die Schrott-Meiler wieder ans Netz gehen könnten und alles so sein würde, wie vor der Katastrophe.

Dem ist leider nicht so. Die Rettungskräfte haben die Situation noch immer nicht im Griff. Wenn an einem Tag ein Reaktor stabilisiert scheint, sind am nächsten Tag die fünf anderen schon wieder außer Kontrolle. Als Erfolg gilt in diesen Tagen bereits, dass man statt Meerwasser jetzt Süßwasser als Kühlmittel einsetzen wird. Dabei bleibt unerwähnt, dass sich Wasser eben nicht in einem löchrigen Sieb nach Hause tragen lässt. Ein defekter Reaktordruckbehälter verliert zudem nicht nur sein Kühlwasser, sondern mit ihm auch hochgefährliche radioaktive Substanzen. Die werden einfach immer wieder mit ausgespült und landen in Meer, Grundwasser und Trinkwasser, wie wir gerade feststellen.

Hinzu kommt die tausende Kilometer lange radioaktive Fahne, die von Fukushima mittlerweile bis nach Europa reicht. Es ist zwar schön, dass Tokio nicht gefährdet ist, wenn der Wind die radioaktiven Partikel über den Pazifik in Richtung USA und Europa bläst. Aber hallo! Hier leben auch Menschen! Wie lange soll das so weitergehen?

Hinzu kommt, dass die Brennelemente nach dem Abschalten eines Kernreaktors über Wochen und Monate gekühlt werden müssen, um die immer wieder durch Zerfallsprozesse entstehende Nachwärme abzuführen. Sie verbleiben über Jahre in Abklingbecken. Die Folgen des Atom-Unfalls sind für Menschen und Umwelt daher noch gar nicht abzusehen. Im Moment muss man davon ausgehen, dass mit zunehmender Dauer der Versuche, von den Schrott-Reaktoren noch wer weiß was zu retten, die Umwelt immer stärker belastet wird und die Gefahr für die Bevölkerung steigt.

Die Katastophe im AKW Fukushima ist nicht nur ein Desaster für die Japaner, sondern auch ein Super-GAU für die Wahrheit. Sie entlarvt die Atomlobby wieder einmal als eine zynische umwelt- und menschenverachtende Organisation, die über Leichen geht. Noch während das AKW Fukushima uns jeden Tag vollständig um die Ohren zu fliegen droht und die Kosten der Katastrophenbekämpfung explodieren, verbreiten die Verantwortlichen schon wieder ihre Märchen von einer sicheren billigen Atomkraft.



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