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Sarkozy plant Atomausstieg bis 2030

Frankreich will vermutlich schneller als erwartet alle seine Atomkraftwerke vom Netz nehmen und auf erneuerbare Energien umsteigen. Dafür müssen allerdings die Regenwälder auf Französisch-Guayana modernen Solarkraftwerken weichen. Ein Unterseekabel soll den Solar-Strom an die Küste Afrikas bringen. Nach Frankreich geht’s dann vorwiegend über Land.

Laut einem Zeitungsbericht plant Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, schrittweise alle 59 kommerziellen Atomanlagen bis zum Jahr 2030 vom Netz zu nehmen. Um den von seiner Freundin Angela Merkel (CDU) geplanten Atomausstieg in Deutschland zu unterstützen, sollen zuerst die Atomkraftwerke an der Grenze und in Grenznähe zu Deutschland abgeschaltet werden. Davon wären die Meiler Fessenheim und Cattenom betroffen.

Französisch-Super-Solar-Guayana gegen Atomstrom

Um seinen Atomstrom zu ersetzen, will Frankreich sein Département Französisch-Guayana in ein modernes Sonnenwärmekraftwerk verwandeln. Pate steht dabei das europäische Projekt “Desertec”, welches bald Solar-Strom aus arabischen Wüste nach Europa liefern könnte. Experten bescheinigen der Region Französisch-Guayana immerhin über 60 Prozent Sonnenstunden. Damit der Strom auch den Weg über den Atlantik findet, soll ein Unterseekabel von der Hauptstadt Cayenne nach Dakar, Senegal verlegt werden. Danach erfolgt der Stromtransport über Land bis Gibraltar und durch Spanien nach Frankreich.

Irritation in Brüssel

Die Meldung über Frankreichs neuen Alleingang hat in der Europäischen Union heute für Verwirrung gesorgt. EU-Kommissar Günther Oettinger soll bereits zu ernsten Gesprächen in Paris eingetroffen sein.

Präsident Sarkozy war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen.



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