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Spielend Geld verdienen: Rechtlich sauber?

Es geht – wirklich! Begeben wir uns kurz in die virtuelle Welt des Klassikers Diablo II – Lord of Destruction (LoD). LoD ist ein Rollenspiel mit der Aufabe seine Figur (Charakter) zu entwickeln, Monster zu bekämpfen, Aufgaben zu lösen und Gegenstände (Items) zu finden. Einige der Items sind sehr sehr selten, so dass die meisten Spieler sie sich niemals selbst erkämpfen werden. Letzeres wird nun interessant, wenn man LoD im geschlossenen “Battle Net”, also auf einem Spielserver spielt. Ergattert der Gamer einen guten und begehrten Gegenstand, kann er in für reales Geld über eBay an andere Spieler weitergeben. Um eine gewisse Kontinuität der Einkünfte zu erreichen, finden sich feste Parties a acht Spieler zu sammen und bekämpfen Monster, deren Bosse und Entgegner. Die dabei gefundenen Gegenstände werden gesammelt und gegen Geld angeboten. Ich war vor einiger Zeit in so einer Party zu Gast. Die Geschwindigkeit war unglaublich, selbst für mich als doch erfahrenen “LoD-Zocker”. Wenn eine Gruppe einschliesslich Reservespieler, den ganzen Tag nichts anderes tut, kommt dabei schon einiges rum.

Jetzt ist LoD natürlich nicht das einzige Online-Game und der Hype ist meines Erachtens vorbei. Aber mit jedem neuen Computerspiel, welches auf dem Markt erscheint, eröffnet sich eine neue Chance.

Jetzt fragt m*sh bei digitallife, wie es wohl rechtlich damit aussieht, wenn virtuelle Gegenstände in Bares umgewandelt werden. Diese Gegenstände zählen als Software und gehören der Entwicklungsfirma, auch wenn ein Spieler im Game ein Schwert oder eine Rüstung findet. Er darf sie mit der Lizenz – genauso wie die Software des Spiels also – nutzen. Der Verkäufer lässt sich daher nur den Service der Beschaffung bezahlen. Das sollte rechtlich sauber sein.

m*sh fragt weiter, wie es aussieht, wenn Gegenstände von einem Spieler gestohlen werden. Mit der entsprechenden Hack-Software geht auch das. Das ist illegal. Die Entwicklungsfirmen loggen das mit, gehen dagegen vor und CD-Key sowie Spiel-Account werden gesperrt. Wenn ein solcher Dieb die geklauten Items verkauft wäre das ebenfalls illegal. Man kann jedoch nur schwer gegen solche unfair kriminellen Spieler vorgehen, da bei der Anmeldung an die Spielserver die wahre Identität nicht offengelegt wird.

Des Weiteren sollte auch diese Einkunftsart in vollem Umfange steuerpflichtig sein. Es sind ja in dem Falle keine Glücksspiele, sondern es ist ein Service, eine Dienstleistung. Ich suche für Dich und Du bezahlst mich dafür.

Beim Zoll wäre ich nicht sicher, da, wie gesagt, zwar die Beschaffung bezahlt aber das Item nicht gehandelt wird.

Es scheint, dass sich hier eine ganz neue Art der Dienstleistung entwickelt hat. Wer ein wirklich guter Spieler ist und sich schnell in so einem hochkomplexen Game zurechtfindet, wird schon mal den einen oder anderen Hype mitnehmen.

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