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Super-GAU: Aller 13 Jahre ist eine Kernschmelze kalkuliert – Tendenz steigend!

Durch die Zahl der weltweit betriebenen Atomkraftwerke kann es im Durchschnitt aller 13 Jahre zu einem Super-GAU kommen. Zunehmende Laufzeiten, alternde Technik und die steigende Anzahl der Anlagen verkürzen die Zeiträume zwischen Atomunfällen mit Kernschmelze erheblich, wie die Ereignisse zwischen 1979 und 2011 beweisen. Der Zeitraum könnte sich künftig sogar auf neun Jahre verringern.

reaktor block 4 tschernobyl

Beim Betrieb von Kernkraftwerken gehen Betreiber und Behörden laut der AKW Risikostudie Renneberg vom Juni 2010 im Auftrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen davon aus, dass es in einer von hundert Atomanlagen während ihrer 60-jährigen Laufzeit zu einer Kernschmelze kommt. Bei einem einzelnen Kernreaktor würde der Super-GAU also erst in 6000 Jahren oder schon morgen eintreten. Wer dieses sogenannte Restrisiko akzeptiert, darf Atomkraftwerke als sicher bezeichnen.

Aber warum hatten wir dann in den letzten 32 Jahren mit Three Mile Island, Tschernobyl und Fukushima gleich drei Atomunfälle mit Kernschmelze?

Derzeit sind laut World Nuclear Association weltweit 443 Kernreaktoren in Betrieb. 62 weitere befinden sich im Bau und 156 in Planung. Mit der Anzahl der betriebenen Kernkraftwerke steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwo in der Welt zu einem Super-GAU kommt.

Die Risikokalkulation geht von einer Kernschmelze innerhalb von 60 Jahren pro hundert Reaktoren aus. Wir müssen aber die tatsächliche Anzahl der weltweit betriebenen Blöcke betrachten. Damit steigt das Risiko auf mehr als das Vierfache. Wir sprechen jetzt nicht mehr davon, dass es innerhalb der 60 Jahre in nur einem Prozent der Anlagen zu einer Kernschmelze kommen kann, sondern in 4,43 Prozent. Gemäß des um den Faktor 4,43 gestiegenen Risikos müssen wir also durchschnittlich aller

60 Jahre / 4,43 = 13,5 Jahre

mit einer Kernschmelze rechnen.

Künftig aller 9 Jahre ein Super-GAU?

Wenn künftig weltweit alle derzeitigen plus die im Bau befindlichen plus die geplanten Kerneaktoren am Netz sind, stiegt das Risiko auf 6,61 Prozent und es könnte aller neun Jahre irgendwo in der Welt zu einer nuklearen Katastrophe kommen. Die Chancen dafür stehen gut.

Foto: Reaktor-Block 4 von Tschernobyl / Carl Montgomery / CC



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