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Transparency Deutschland – Undurchsichtige Kündigung

“Wenn Dir jemand Unrecht tut, dann schadet er sich, nicht Dir! Du wirst darum nicht schlechter, aber er!”
(Johann Karl Wezel, Dichter und Philosoph)

Screenshot: Tranparency Int. Platz 1 und Transparency Platz 3 bei Technorati!

Bis vor ein paar Minuten kannte ich Transparency International und Ihren deutschen Ableger Transparency Deutschland nicht. Aber so etwas kann sich schlagartig ändern, wenn sich eine juristische Person bei Bloggers unbeliebt macht und deren negative Charts erstürmt.

Recht ist die eine Seite, das Rechtsgefühl der Masse ist die andere. Was der einzelne als Recht ansieht oder anzusehen glaubt oder wie auch immer, muss noch lange nicht mit der Ansicht der Masse komform gehen. Dabei sollte Recht doch nicht die Meinung des einzelnen sondern die Meinung der Gesellschaft widerspiegeln. Das erfährt nun schmerzlich auch Transparency Deutschland, nachdem die gegen Korruption in Unternehmen eintretende unabhängige Organisation anscheinend gegen ihre ureigensten Prinzipien verstiess und eine alleinerziehende Mitarbeiterin, die wohl aufgrund höherer Arbeitsbelastung folgerichtig eine höhere Vergütung forderte, aus der Probezeit heraus kündigte.

Nun, neu wäre das in Deutschland nicht, als dass man erstaunt aufblicken und meinen würde, hier wäre eine Story gefakt. Ein solches Vorgehen mit prinzipienfesten Mitarbeitern haben in Deutschland schon ganz andere Unternehmen gezeigt. Daher glaube ich die Geschichte erst einmal auf’s Wort. Die (Panik)-Reaktion von Transparency Deutschland ob der Publizierung dieser seltsamen Vorgehensweise spricht für sich. So wird nach Entdeckung der Veröffentlichung eine eilige Unterlassungsschrift verfasst und der Erfüllungstermin so kurzfristig gesetzt, dass man spätestens hier an der Seriösität der Organisation zweifeln muss.

Nun, wer Recht hat, wird sich spätestens jetzt mit dem Aufschrei der Blogosphäre zeigen. Der Ex-Kollegin von Transparency Deutschland werden wir den Job nicht zurückgeben können. Jedoch, sollte es eine Warnung an alle diejenigen sein, die durch Unrecht versuchen, ihre Probleme im Unternehmen zu lösen.

Bevor die Beweise aus nicht transparenten Gründen aus dem Netz verschwinden, hier als Zitate archiviert:

Der Post über eine unerklärlich scheinende Kündigung:

“Gerade ist eine Freundin von mir, die einen dreieinhalbjährigen Sohn zu versorgen hat, unter gänzlich unakzeptablen Umständen nach der Probezeit entlassen worden. Sie hatte bei Transparency Deutschland gearbeitet, dem deutschen Chapter der Nichtregierungsorganisation Transparency International, die sich gegen Korruption in Unternehmen engagieren. Sie arbeitete dort 20 Stunden die Woche für 1000 Euro brutto, mit abgeschlossenem Studium, mehrjähriger Berufserfahrung etc. Überleben konnte sie nur, weil sie nebenher auch noch als freie Journalistin arbeitete.

Nachdem die Geschäftsführerin ihr sagte, dass sie hervorragende Arbeit leistet, fragte sie meine Freundin, ob sie nach der Probezeit von 20 auf 30 Stunden aufstocken könne. Das hätte natürlich bedeutet, dass meine Freundin ihre freie Arbeit aufgeben müsste und komplett vom dortigen Gehalt leben, also machte sie eine Gehaltsforderung, für 30 Stunden 1400 Euro netto zu bekommen. Wenn das nicht ginge, bot meine Freundin an, könne sie weiter bei den 20 Stunden mit 1000 Euro brutto bleiben. Als nächstes tagte der Geschäftsvorstand und daraufhin teilte die Geschäftsführerin meiner Freundin kurzum mit, dass sie zum Ende der Probezeit entlassen würde. Ohne ein Angebot, ohne eine Verhandlung, ja ohne auch nur ein weiteres Gespräch.

Über ihre Nachfolgerin sprach die Geschäftsführerin dann auch gleich noch: es handelt sich um eine Frau, die sich auf eine andere Stelle dort beworben hatte und offenbar im Vorstellungsgespräch gesagt hatte, auf das Geld sei sie nicht angewiesen. So schnell und einfach geht das. Da werden keine für alle lebbaren Lösungen angestrebt, da wird einfach ausgewechselt. In einer Arbeitsmarktsituation, in der so viele wirklich auf die Arbeit und das Geld angewiesen sind, heuert man sich gut qualifizierte Menschen für einen Hungerlohn an und tauscht sie dann auch noch aus, sobald man jemanden findet, der das Geld gar nicht gebraucht, auch wenn man mit der Arbei sehr zufrieden war. Meine Freundin sitzt nun da mit ihrem Kind und der freien Arbeit, die ihr alleine kein Überleben sichert. Das kommt einem heutzutage alles schon “normal” vor? Aber eben doch nicht bei einer NGO, die sich Moral und Ethik auf die Fahnen geschrieben hat und zu deren Grundprinzipien Integrität gehört. Das ist die wirkliche Enttäuschung.

[29. Januar 2006: Vor mehr als zwei Wochen schrieb meine Freundin einen Brief an den Vorstand, der bis heute unerwidert blieb.]”

und die Androhung gerichtlicher Konsequenzen seitens Transparency Deutschland:

“Sehr geehrte Frau xxx,

Sie haben unter der Adresse http://wasweissich.twoday.net/stories/1407348/ innerhalb des von der Fa. Knallgrau New Media Solutions GmbH betriebenen European Weblog Hosting Service twoday.net einen Text unter der Überschrift „Transparency Deutschland“ ins Netz gestellt, der in erheblichem Maße die Persönlichkeitsrechte der von mir vertretenen Organisation verletzt. Der Text basiert offensichtlich im wesentlichen auf Informationen unserer ehemaligen Mitarbeiterin Frau xxx, der ebenfalls erhebliche Rechtsverletzungen vorzuwerfen sind.

Die von Ihnen aufgestellten Behauptungen entsprechen im wesentlichen nicht den Tatsachen, da wo es sich um Ihre Bewertungen handelt wird der Tatbestand der rechtswidrigen Schmähkritik erfüllt.

Ich erspare es mir zunächst, auf Einzelheiten einzugehen, sondern gebe Ihnen Gelegenheit, den Text unverzüglich, spätestens bis zum 26.03.2006, 24.00 Uhr aus dem Netz zu nehmen.

Sollte das nicht erfolgen, kündige ich Ihnen schon jetzt eine strafbewehrte Unterlassungserklärung und ggf. eine einstweilige Verfügung an. Ich gehe davon aus, dass Sie sich über die rechtlichen, aber auch finanziellen Konsequenzen, die sich daraus für Sie ergeben werden, klar sind.

Mit freundlichen Grüssen”

siehe auch hier, hier, hier, hier, hier und hier

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