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Vorstellungsgespräch: Eine wirklich seltsame Frage

Das passiert im Vorstellungsgespräch, wenn eine Personalmitarbeiterin keine Bewerbungsunterlagen liest:

Russisch hat eine kyrillische Schrift und ist für Sprachgermanen kaum bis gar nicht zu entschlüsseln. Es gibt extra Buchstaben für Betonung und Aussprache. Dazu kommen sechs Fälle und wer bei Verben das Geschlecht verwechselt, setzt sich Spott und Gelächter aus.

Kurz: An Russisch muss man wie ein kleines Kind Buchstabe für Buchstabe herangeführt werden.

Und heute fragte mich eine westdeutsche Personalmitarbeiterin im Telefoninterview allen Ernstes:

“Russisch haben Sie sich selber beigebracht?”.

Natürlich, ich bin ja auch Superman! Wenn die Dame meinen Lebenslauf gelesen und sich ein wenig für die innerdeutsche Geschichte interessiert hätte, wüsste sie, dass die russische Sprache an DDR-Schulen ab der fünften Klasse, an Russisch-Schulen ab der dritten gelehrt wurde und wir uns auch im Studium damit beschäftigt haben. Dazu kamen Russisch-Olympiade, Ferienlager, Freundschaftstreffen, Brieffreundschaften und Auslandsstudium in der Sowjetunion. Jeder DDR-Akademiker kommt so auf mindestens sieben Jahre Russisch-Unterricht plus Praxis.

Aber vielleicht hätte die Mitarbeiterein auch nur einmal einen Blick in das Studienzeugnis werfen sollen. Denn dort steht unter Abschlussprüfungen: Russisch gut.



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