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Wieviel Menschheit verträgt die Erde?

Überfischte Meere, Nahrungsmittel-, Rohstoff- und Energieknappheit, Welthunger, Flüchtlingsströme und Klimawandel. Brauchen wir eine Geburtenkontrolle?

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In diesem Jahr werden sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben, im Jahre 2050 werden es neun Milliarden sein und in einhundert Jahren vielleicht über 12 Milliarden, glauben Experten.

Das Problem an der Bevölkerungsexplosion ist, die Erde und unsere Ressourcen wachsen nicht mit. Die fossilen Brennstoffe gehen zur Neige. Auf dem Weltmarkt tobt längst der Kampf um wertvolle Rohstoffe. Nahrungsmittel-, Kraftstoff- und Stromproduzenten konkurrieren um landwirtschaftliche Nutzflächen. Platz zum Leben und Arbeiten brauchen wir auch. Und wer soll künftig eigentlich das CO2 aus der Luft filtern und uns mit Sauerstoff versorgen, wenn wir jährlich weiterhin eine Waldfläche von mehr als einem Drittel Deutschlands in Ackerland und Holz umwandeln?

In China leben derzeit 1,3 Milliarden Menschen, in Indien 1,2 Milliarden und in Afrika rund eine Milliarde. Während in den USA rund 80 Prozent der Bevölkerung ein Auto besitzen, sprechen wir in China von einem Motorisierungsgrad von gerade einmal sieben Autos pro 1.000 Einwohner und die Menschen dort wollen künftig auch alle jeden Tag auf eigenen vier Rädern zur Arbeit fahren und ein Häuschen haben. Wir werden uns zeitnah mit der Tatsache beschäftigen müssen, dass wir nicht alle Menschen ernähren und kleiden können. Ein allgemeiner Wohlstand, wie wir ihn kennen, würde bald das Ende der menschlichen Rasse als solches bedeuten.

Die Menschheit muss umdenken oder wird in einem Chaos aus Kriegen, Hungersnöten und Flüchtlingsströmen untergehen. Schon heute sterben jährlich 8,8 Millionen Menschen an Hunger. Laut Hilfsorganisationen fliehen 43 Millionen vor Elend, Bürgerkrieg und Verfolgung. Naturkatastrophen fordern im Durchschnitt pro Jahr rund 80.000 Opfer.

Wir werden künftig lernen, unsere Anzahl zu regulieren und uns wieder der Umwelt anzupassen und nicht umgekehrt, denn wir haben nur diesen einen Planeten. Dabei wird der Anteil von Generationen unterschiedlichen Alters an der Gesamtbevölkerung eine entscheidende Rolle spielen, damit immer genügend Erwerbstätige zur Verfügung stehen, um Kinder und Rentner zu versorgen.

Aber immer mehr Menschen werden durch die weiter zunehmende Automatisierung mit Steigerung der Effektivität aus den Arbeitsprozessen herausgelöst, was die Schieflage in der Verteilung des Volksvermögens zuspitzt. Als Folge droht der Zusammenbruch der Märkte, weil die wenigen Reichen trotz ihrer Vermögen nicht genügend Kaufkraft mobilisieren können, um eine gesamte Volkswirtschaft am Laufen zu halten. Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft daran, dass sich ein Quandt Junior 50 VW-Polo kauft, nur um irgendwo Arbeitsplätze zu sichern? Das gesamte Wirtschaftssystem muss neu austariert werden, wenn man die Marktwirtschaft erhalten und weiterführen will. Auch ist ein bedingungsloses Grundeinkommen zum Systemerhalt zwingend notwendig.

Zudem wird die Industrie von ihrem Raubbau an der Umwelt ablassen müssen, um unsere Rohstoffe in einen Kreislauf zu überführen. Die Tage unserer Wegwerfgesellschaft, die aktuell am Rande ihres Lebensraumes Berge von Müll anhäuft oder wertvolle Abfälle einfach verheizt, sind gezählt. Die Verschwendung vergangener Jahrzehnte werden wir uns künftig nicht mehr leisten können. Unternehmen, die sich nicht am umfassenden Recycling beteiligen, werden untergehen, weil ihnen einfach die Rohstoffe für ihre Produkte fehlen.

Die Bevölkerungsdichte auf unserer Erde wird in Zukunft letztlich davon abhängen, wie vernünftig wir mit unserer Umwelt umgehen. Die Natur wird ein Gleichgewicht zwischen Bevölkerung und Ressourcen herstellen. Die Frage ist, ob wir es uns von ihr diktieren lassen oder lieber selbst gestalten wollen.

Foto: Kevin Briody / CC



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