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70 Jahre Stalingrad – “Vom Führer keine Rede – wie im Märchen”

Stalin hat Hitler besiegt und das schmeckt vielen Deutschen nicht.

Lebte Josef Göbbels noch, würde er wohl heute in seinem Tagebuch notieren:

“Die deutsche Nachkriegspresse wirft den Russen Personenkult um deren Massenmörder Stalin vor. Vom Führer keine Rede – wie im Märchen.”

Und in der Tat bekommen die Leser von rechten Propaganda-Blättern wie FOCUS oder DIE WELT auch in diesen Tagen gehörig ihr Hirn gewaschen. Die Schlacht um Stalingrad 1942/1943 sei zwar blutig gewesen, aber nur weil die Rote Armee sich heftig wehrte, so der O-Ton. Der eigentliche Massenmörder an der Ostfront war doch Stalin selbst, weil der sowjetische Soldaten für einen Trümmerhaufen mit seinem Namen sinnlos opferte.

So schreibt FOCUS:

“Geschichtswissenschaftler geben ihm [Stalin] die Schuld am Tod von Millionen Menschen. In der Schlacht von Stalingrad verloren mindestens 700 000 Russen und Deutsche ihr Leben.”

und

DIE WELT behauptet:

“Auch die horrenden Verluste in den Schlachten gegen die Wehrmacht 1942 gingen zu großen Teilen auf Stalins Konto.”

Das ist nicht nur eine zynische sondern auch eine gefährliche Geschichtsbeugung auf dem Rücken der 60 Millionen Opfer des von Hitler und seiner Mäzene angezettelten 2. Weltkrieges, die den Ewiggestrigen hierzulande in die Hände spielt.

Wolgograd soll künftig an sechs Gedenktagen im Jahr wieder ihren Symbolnamen “Stalingrad” tragen dürfen. So beschloss es das Stadtparlament auf Druck von Kriegsveteranen anlässlich des 70. Jahrestages des Sieges der Roten Armee in der Kesselschlacht. Nicht zu Ehren Stalins wie uns die deutsche Journaille glauben machen will, sondern zu Ehren der bei der Verteidigung ihrer Heimat gefallenen Sowjetsoldaten und als Mahnung vor den Schrecken von Kriegen.

Für die meisten Bürger Russlands gilt Stalin als Befreier vom Hitler-Faschismus, nicht als Diktator.


Dieser Artikel ist Teil 50 von 58 der Serie Medienkritik



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