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Deutsche Bank: Ackermanns Gewinnwarnung ist Sprengsatz gegen Brüssels Tresore

Für Vorstandschef Josef Ackermann kommt der Gewinneinbruch der Deutschen Bank zur rechten Zeit, um ihn in Brüssel gegen die EU-Tresore mit unseren Steuergeldern einzusetzen.

Ackermanns Timing könnte nicht besser sein. Eine Pleite Griechenlands rückt immer näher. Gerade hat die Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) erklärt, dass Griechenland erst im November mit neuen Milliarden rechnen könne. Zudem hatte der Deutsche-Bank-Chef, der unter Insidern als einer der gefährlichsten Banker der Welt gilt, erst jüngst vor einer “Pleite Italiens” gewarnt.

Welch dramatische Wirkung seine Worte auf dem politischen Parkett haben, zeigte der trickreiche Streich, als Ackermann mit seinen Kollegen in der Nacht zum 29. September 2008 unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Steuermilliarden für die Rettung der Pleitebank Hypo Real Estate (HRE) abluchste.

Die Verfehlung der 10-Milliarden-Euro-Ziellinie ist für die Deutsche Bank kein Schiffsbruch. Immerhin sind mit Privatkundengeschäft, Vermögensverwaltung sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen drei ihrer vier Standbeine noch auf Rekordkurs. Nur das Investmentbanking schwächelt ein wenig. Zumal die endgültigen Zahlen erst am 25. Oktober 2011 auf dem Tisch liegen werden.

Das zwischen Schuldenkrise und Millionen-Abschreibungen auf Griechenlands Staatsanleihen eigentlich gute Ergebnis der Deutschen Bank verblasst aber vor der dramatischen Verschuldung Europas und der Verflechtung zwischen Schuldnern und Banken. Hinzu kommen Verzögerung und Streit innerhalb der Politik über den erweiterte Euro-Rettungsschirm EFSF, dem die Slowakei so gar nicht und Finnland nur gegen Sicherheiten zustimmen mögen. Zudem wäre es den Banken lieber, dass Entscheidungen über unsere Steuergelder künftig zentralistisch von Brüssel aus gefällt würden, statt in 17 nationalen Parlamenten darüber einzeln abzustimmen, von denen jedes für sich die verkappten Rettungsmilliarden für den Finanzsektor stoppen könnte.

Der Gewinnrückgang der Deutschen Bank im dritten Quartal 2011 kommt Josef Ackermann gerade recht, um unter Politikern weiter Ängste zu schüren. Aber das Volk hat seine dreiste Masche längst durchschaut.



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