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EFSF-Hebel: Der EU-Trick mit guten und fast schlechten Ratings

EFSF-Hebel: Pro Schuldenstaat eine Zweckgesellschaft. Aus Schrott-Anleihen werden Papiere mit bestem und fast schlechtem Rating.

Wie schon das Schaubild der ersten EFSF-Hebel-Version erinnert auch dieses an die Giftpapiere aus den Alchemisten-Küchen der Investmentbanken.

Für jeden EU-Mitgliedstaat wird eine Investment-Zweckgesellschaft – ein Special Purpose Investment Vehicle (SPIV) – gegründet. Die kauft nur Anleihen dieses Staates vom Staat selbst (Primärmarkt) und von Banken, der EZB oder anderen müden Investoren (Sekundärmarkt).

Um dafür Geld zu beschaffen, gibt die Zweckgesellschaft eigene Schuldtitel mit Rating “AAA” für konservative Anleger und riskantere Beteiligungskapitaltitel für risikofreudige Anleger heraus.

Die “AAA”-Titel erhalten ihre Zinsen und Tilgung immer zuerst. Die riskanten Beteiligungskapitaltitel werden danach bedient, was zu Zahlungsausfällen führen kann. Für die ersten 20 Prozent eines Zahlungsausfalls soll aber der Euro-Rettungsschrim EFSF garantieren. Da der auch die Bonitäts-Bestnote “AAA” hat, gelten diese ersten 20 Prozent als abgesichert.

Das Risiko für Anleger und EFSF bei diesem Deal ist, dass die schlechte Bonität eines EU-Staates in beste und noch schlechtere Bonitäten aufgeteilt wird, was die EFSF-Garantie für die ersten 20 Prozent eines sehr wahrscheinlichen Ausfalls zwar verschleiern soll. Jedoch steigt das Risiko für die Beteiligungskapitalgeber erheblich.

Genau auf diese Weise hatten die US-Banken ihre notleidenden Immobilienkredite global verteilt, was sie am Ende trotzdem nicht gerettet hat. Wer letztlich die Ausfälle des SPIV übernimmt, bleibt offen.



{ 1 comment… add one }

  • Mathis Oktober 27, 2011, 15:52

    Es ist einfach unfassbar wie die Papiere einfach nur hin und hergeschobene werden und niemand sagt etwas dagegen.

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