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Piraten – Fluch für die einen, Segen für die anderen!

Piraterie ist so alt wie die Menschheit selbst. Wirtschaftsthemen erklärt die beispiellose Erfolgsstory dieses Geschäftsmodells:

Geschichte
Piraten gibt es seit der Mensch die Meere befährt. Schon in der Antike nutzten Seeräuber Ruderboote und Galeeren, um küstennah Schiffe und Dörfer zu überfallen. Piraten tauchen immer dort auf, wo sich der Seehandel relativ ungeschützt konzentriert und sie sich der Unterstützung durch die Bevölkerung erfreuen. Freibeuter galten als ehrbare Männer und Frauen der Seekriegskunst und kämpften so auch oft im Dienste von Regierungen. Im 12. Jahrhundert kam der Kaperbrief auf, der Piraten zu Kaperfahrten gegen andere Nationen – meist Kriegsgegner – berechtigte. Als Gegenleistung mussten zum Beispiel 20 Prozent der Beute, die Prise, an den Staat abgeführt werden. Das Geschäftsmodell ist simpel: Erbeute soviel du kannst und solange du es kannst und teile gerecht! Dabei geht es meist um wirtschaftliche Interessen oder territoriale Kontrolle weniger um politische Ziele. Die Gesetze unter den Seeräubern trugen in der Vergangenheit oft demokratische Züge. So fixierte Henry Morgan (1635 – 1688) – ein Deutscher übrigens – im “Piratencodex” (Articles of Agreement) schriftlich die Verteilung der Beute und welche Entschädigung für welche Verwundung der Betroffene zu erhalten hatte. Der Kapitän wurde gewählt und die Überfälle gemeinsam geplant. Damit war die Piraterie für Seeleute wesentlich lukrativer als die unmenschliche Unterdrückung auf englischen Kriegsschiffen.

Zurück in die Gegenwart
Somalia befindet sich seit 1991 im Bürgerkrieg. 60 Prozent der Bevölkerung leben als Nomaden. Jeder zehnte Somalier wurde intern vertrieben. Ein offizielles Bildungssystem gibt es nicht und nur 10 Prozent der Kinder besuchen eine Schule. Somalia zählt zu den ärmsten und korruptesten Ländern der Welt und es liegt an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Erde, nämlich am Golf von Aden, den sämtlicher Schiffsverkehr zwischen Suez-Kanal und indischen Ozean passieren muss.

Man braucht keinen Rechenschieber, um eins und eins zusammen zu zählen und zu erkennen, dass die Piraten vor Somalia nicht durch den Einsatz unserer Kriegsmarine zu vertreiben sind. Solange unsere mit grenzenlosen Reichtümern beladenen Schiffe und Tanker an den Küsten dieses Landes vorbei schippern, wird es Piratenüberfälle geben. Und wer glaubt, dass man einfach reingehen könne, um die Piratenhochburgen auszuräuchern, der wird auf einen massiven Widerstand in der Bevölkerung treffen.

Zeichnung: J.J. McCullough / gemeinfrei



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