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Spanien: Friedliche Proteste gegen Krise und Korruption

Trotz Verbot protestiert Spaniens Jugend weiter gegen die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise sowie gegen Korruption und hohe Arbeitslosigkeit.

protest spain 2011

Friedlicher Protest im Stadtteil La Ribera, Barcelona, Katalonien

Seit sieben Tagen rollt eine friedliche Protestwelle durch ganz Spanien. Trotz Verbot gehen auch an diesem Wochenende in mehreren Städten Zehntausende auf die Straße. In der Hauptstadt Madrid versammelten sich laut Medienberichten mehr als 20.000 Menschen auf dem zentralen Platz Puerta del Sol.

Damit missachten sie das in Spanien geltende Demonstrationsverbot vor Kommunal- und Regionalwahlen. Doch die Polizei erhielt offenbar von der Regierung die Anweisung, friedliche Proteste zu dulden. Auch Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero will die Demonstrationen respektieren.

Die zu größten Teil jugendlichen Demonstranten fordern das spanische Volk auf, am Sonntag weder für Zapateros Sozialistische Partei noch für die oppositionellen Konservativen, die Partido Popular, zu stimmen.

Spanien ist hoch verschuldet. Es musste aber noch keine Hilfen von der Europäischen Union (EU) oder dem Internationalen Währungsfonds in Anspruch nehmen. Dafür fährt die Regierung einen rigiden Sparkurs. Hinzu kommt die nur langsame Erholung der Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit ist mit 21,3 Prozent innerhalb Europas am höchsten. Von den Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren ist fast jeder zweite ohne Job. Viele müssen deshalb noch bei ihren Eltern leben. Der IWF warnte bereits vor einer “verlorenen Generation”.

Foto: protozoo / CC



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