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Wie demokratisch sind Nichtwähler?

Fast 60 Prozent der Deutschen protestierten bei der Europawahl letzten Sonntag gegen die derzeitige Politik, indem sie gleich allen Parteien ihre Stimme versagten. Oder konnten sie nur nicht die nationalen Wahlversprechungen auf Europa anwenden? Die SPD als Deutschlands Verliererpartei Nummer 1, ja genau die, welche ihre Wähler in den vergangen Jahren verraten und verkauft hat, sucht auch prompt den Grund für ihr jämmerliches Versagen lieber beim Nichtwähler als bei sich selbst. So forderte SPD-Bundestagsabgeordneter Jörn Thießen gegenüber der Bild ein Bussgeld in Höhe von 50 Euro für das Fernbleiben von der Wahlurne. Klar, eine Wahlbeteiligung von gut einem Drittel ist entsetzlich für eine Demokratie. Dies zeigt jedoch auch, dass es sich bei den Nichtwählern eben nicht um Einzelfälle handelt, die vielleicht nach durchzechter Nacht nicht mehr wahlfähig waren oder es einfach vergaßen. Die historisch geringe Wahlbeteiligung beweist: Der Wähler kann sich nicht mehr mit dem Tun der Parteien identifizieren. Er kann mit dem “Wir erhalten unsere Macht besser als die anderen!” eben nichts anfangen. Und seien wir mal ehrlich. Egal welche Partei das Sagen hat, letztlich sitzen in den Parlamenten dennoch immer dieselben, bleiben dort haften, auch wenn sie ihre Parteien wechseln und den Wählerauftrag negieren und machen eh nur Politik für Lobbys à la Couleur nur nicht für die Gesellschaft als Gesamtheit. Was bleibt dann von der Demokratie, wenn der Wähler zwar die Sitzverteilung im Parlament, jedoch nicht mehr die Richtung bestimmen darf? Nein, Nichtwählen ist die einzige demokratische Chance die Politik aufzurütteln und zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht zaubert ja eine Partei bis zur Bundestagswahl noch ein Kaninchen aus dem Zylinder und glänzt mit einer Strategie für Deutschlands Zukunft. Für bloße Umverteilung im Parlament mit einem “weiter, wie bisher” braucht niemand zu wählen. Das ist Zeitverschwendung!



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