≡ Menu


Atomkraft: Das sind die häufigsten Irrtümer über Atomstrom

Die Genehmigung für den Betrieb eines Atomkraftwerkes in Deutschland ist eine Lizenz zum Geld drucken. Die Atomlobby unternimmt alles, damit das so bleibt und das sind ihre häufigsten Lügen:

radioactive

Geringe Radioaktivität sei ungefährlich.

Radioaktivität ist eine besonders tückische Gefahr für Mensch und Umwelt, weil wir sie nicht sehen, reichen oder schmecken. Radioaktivität zerstört Zellen und verändert Gene. Die Folgen sind Krebs und Missbildungen. Unser Körper merkt sich alle Strahlenbelastungen, denen wir im Laufe unseres Lebens ausgesetzt sind, wie natürliche Radioaktivität, Röntgen oder erhöhte Strahlenbelastungen auf langen Flügen. Wir erholen uns nicht davon. Auch nach Jahrzehnten machen sich die Folgen von radioaktiver Verstrahlung bemerkbar und können tödlich sein.

Deutschland säße ohne Atomkraftwerke im Dunkeln.

Seit Jahren ist Deutschland Stromexportweltmeister. In den Jahren 2005 bis 2007 sank hierzulande der Verbrauch von Kernenergie von 12,0 auf 11,1 Prozent. Im Gegenzug machte die im Jahre 2007 in Deutschland erzeugte Kernenergie im deutschen Energiemix rund 23 Prozent aus. Jede zweite Kilowattstunde Atomstrom wurde also ins Ausland verkauft, während wir auf Atommüll und atomaren Risiken sitzen bleiben, aber der Erlös in private Taschen wandert. Nach dem Super-Gau im AKW Fukushima an Japans Ostküste können wir es uns sogar leisten, von einem Tag auf den anderen acht unserer 17 Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen.

Deutschlands Atomkraftwerke seien sicher.

Allein in den Jahren 1987 bis 2001 gab es in deutschen Atomkraftwerken drei Wasserstoff-Explosionen mit Austritt von radioaktiver Strahlung. Pro Jahr kommt es in unseren AKWs zu über 100 meldepflichtigen Ereignissen. Zudem werden die Anlagen immer älter und damit störanfälliger.

Atomkraftwerke würden für die Grundlastversorgung benötigt.

Grundlast ist der Stromverbrauch, der während eines Tages nicht unterschritten wird. Den Strom dafür kann jedes Kraftwerk produzieren, aber nicht jedes kann schnell für Verbrauchsspitzen ans Netz gehen und wieder abgeschaltet werden. Atomkraftwerke können nicht nach Bedarf produzieren und mal eben an- oder ausgeknipst werden, weil es längere Zeit benötigt, sie hoch oder runter zu fahren. Sie sind träge und unflexibel. Daher eignen sich AKWs ausschließlich für die Grundlastversorgung, zwingend dafür notwendig sind sie aber nicht. Auch wäre es falsch, wie in Belgien, nachts die Autobahnen beleuchten zu müssen, nur um genug Grundlast zu schaffen, weil man die Kernkraftwerke nicht mal eben abschalten kann.

Atomstrom wäre billig.

Nur wer die Kosten für Risiken, Entsorgung und Endlagerung der Allgemeinheit aufdrückt, kann optisch billigen Atomstrom liefern. In Wahrheit wird Atomstrom durch die Steuerzahler indirekt subventioniert, weil sie für Schäden und Atommüll aufkommen müssen. Zudem sind viele Schrottmeiler in Deutschland längst abgeschrieben, was die hohen Gewinne der Betreiber ermöglicht.

Mit Atomkraft als “Brückentechnologie” könne man erneuerbare Energien fördern.

Wer mit Atomstrom Geld verdient, während die Allgemeinheit auf den langfristigen Kosten sitzen bleibt, wird keine Technologien zur Erzeugung alternativer Energien entwickeln. Das erste Atomkraftwerk ging 1954 im russischen Obninsk ans Netz. Inzwischen ist mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen und die Atomlobby hat es nicht geschafft, auch nur einen Schritt auf ihre “Brücke” zu setzen. Zudem verstopft Atomstrom unser Netz, weil wir mehr produzieren, als wir verbrauchen. Das verhindert die Einspeisung von sauberem Öko-Strom.

destatis / bfs
Grafik: Cary Bass / gemeinfrei



{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

banner