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Atomkraft: Tausende Leiharbeiter mussten in die Strahlenhölle

Tausende deutsche Leiharbeiter mussten im Jahr 2009 in Atomkraftwerken unter stark erhöhter Strahlenbelastung zu Billig-Löhnen arbeiten. Die Jahresdosis soll aber nach Angaben der Bundesregierung im Durchschnitt noch unter den zulässigen Grenzwerten liegen.

Laut einem Bericht der Sueddeutschen arbeiteten im Jahre 2009 tausende Leiharbeiter bei schlechter Bezahlung in lebensgefährlichen Bereichen deutscher Atommeiler. Die Strahlendosis soll dabei das Doppelte der sonst bei der Stammbelegschaft üblichen Werte betragen haben.

Die Bundesregierung bestätigte eine diesbezügliche Anfrage der Linken. Demnach waren im fraglichen Zeitraum mehr als 24.000 Leih- und Werksarbeiter in den 17 deutschen Kernreaktoren beschäftigt, aber nur 6.000 Stammkollegen.

Die Strahlenbelastung betrug dabei für die gesamte Stammbelegschaft nur 1,7 Sievert pro Jahr, während die Leiharbeiter insgesamt 12,8 Sievert ausgesetzt waren.

So lag die durchschnittliche Strahlendosis bei einem Kraftwerksangestellten in dem Jahr bei 0,28 Millisievert. Ein Fremdarbeiter war in dieser Zeit einer Dosis von 0,53 Millisievert ausgesetzt.

Das skrupellose Geschäft mit der Existenzangst

Der Handel zwischen Atomlobby und Leiharbeitsfirmen hat für die Betroffenen dramatische Folgen. Denn aus Angst vor Jobverlust akzeptieren Leiharbeiter nicht nur niedrigere Löhne, sondern auch viel gefährlichere Tätigkeiten.

Während die Kollegen der Stammbelegschaft sich bei oftmals höherer Bezahlung freiwillig für ihren Beruf in einem Atomkraftwerk entschieden haben, sind Leiharbeiter zu wesentlich riskanteren Arbeiten in den Meilern gezwungen. Als sogannte “Nuklear-Nomaden” ziehen sie von Meiler zu Meiler und führen gefährliche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durch.

DIE LINKE befürchtet zudem, dass Leih- und Zeitarbeitsfirmen ihre Mitarbeiter mit verschiedenen Strahlenpässen auch in ausländischen AKWs einsetzen und so die zulässigen Höchstwerte der Strahlenbelastungen überschritten werden.



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