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Bad Bank – Finanzkrise 2.0?

Der Bankenverband würde gern eine Bad Bank, einen Mobilisierungsfonds für toxische Wertpapiere dem Rettungsfonds SoFFin angliedern. Auch die HSH Nordbank wird ihr Kerngeschäft bündeln, ihre Bilanz um die Hälfte verringern und zudem noch 1.100 Stellen abbauen, teilt die Bank mit. Ziel ist es, Bankbilanzen zu säubern.

Hatten wir das nicht schon mal? Wollte nicht Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im Oktober 2008 künftig verhindern, dass Banken ihre Risiken ausserhalb der Bilanzen führen und sollten diese Risiken künftig nicht durch ausreichend Eigenkapital unterlegt sein? Gemäss Handelsblatt forderte nun im Januar dieses Jahres unser Bundesfinanzminister für jede Bank in Not eine Bad Bank:

“In Anerkennung der Auswirkungen fauler Wertpapiere in den Bilanzen der Banken stellt sich die Frage, ob nicht jedes einzelne Institut die Möglichkeit bekommt, Problempapiere aus seiner Bilanz auszulagern und so neu durchzustarten”

Wo ist da der Unterschied? Der staatliche Persilschein für Banken künftig ihre Risiken in einer separaten Tochtergesellschaft abzuladen und weiter zu machen, wie bisher?

Die Banken können ihre Risiken auslagern, verschieben, umdrehen, mixen oder wer weiss was damit anstellen. Solange sie nicht geregelt sind, bleiben sie Risiken. Und Risiken haben nunmal die Tendenz zurückzuschlagen, wenn man sie am wenigsten erwartet und schon gar nicht braucht. Das erfuhren schmerzlich nicht wenige Geldinstitute, wie Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, Hypo Real Estate, Lehman Brothers, Bear Sterns, Fannie Mae, Freddie Mac und wie sie alle heissen. Eigenkapital und Bad Banks genügen nicht, wie die Vergangenheit beweist. Risiken müssen überwacht, geregelt und minimiert werden und zwar von dem, der sie am besten kennt, der sie zuliess. Alles andere ist Kapitalverbrennung, cash burning.



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