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Bildungschaos für die deutsche Wirtschaft

Deutsche Schulabgänger beherrschen weder Grundrechenarten noch die Anwendung einfachster naturwissenschaftlicher Kenntnisse. Bei dem Bildungschaos hierzulande kein Wunder, denn Schulen und Schüler machen, was sie wollen. Wie der Phönix-Beitrag “Schwere Last auf schmalen Schultern – Schüler und ihr harter Alltag” anschaulich belegt, stricken sich Länder ja sogar einzelne Schulen ihre Lehrpläne selbst zusammen. Aus dem individuellen Angebot suchen sich dann die Schüler heraus, welcher Lernstoff ihnen genehm ist. Noten gibt es nicht. Jeder erreicht das Klassenziel, zumindest auf dem Papier. Eltern und Kinder sind sich einig: Schule darf keinen Druck auf den armen Nachwuchs ausüben. Folglich auch die Kritik an einem Acht-Jahres-Gymnasium (G8). Dort lernen die späteren Fach- und Führungskräfte der deutschen Wirtschaft intensiv und nach zielgerichteten Lehrplänen. Nur wer wirklich arbeitet, erreicht sein Ziel – das Abitur. Leistungsprinzip statt Gleichmacherei. Der Schultag hat bis zu neun Unterrichtsstunden. Hausaufgaben und Nachhilfe gibt es auch. Klar, dass für Hobbys und Vergnügen unter der Woche wenig Zeit bleibt. Aber niemand wird auf’s Gymnasium gezwungen. Oder doch? Liebe Eltern, wenn Eure Kinder nicht den Anforderungen höherer Lehranstalten gewachsen sind, dann gehören dort auch nicht hin.

Fehler im System
Hier zeigen sich aber auch schwerste und unverantwortliche Fehler des bundesdeutschen Schulsystems. Die Entscheidung für die Zukunft wird den Kiddis durch Schule und Eltern schon im Alter von acht Jahren aufgezwungen. Wohlgemerkt, die Erwachsenen bestimmen aufgrund schulischer Leistungen in der noch anspruchslosen Unterstufe schon sehr zeitig über den Lebensweg ihrer Sprösslinge, der durch steigende Anforderungen der Lehrpläne allzu oft zum Leidensweg wird. Zudem sollen die meisten Stundenpläne wohl eher dem Zeitvertreib, denn der Ausbildung dienen, wie dieser typisch deutsche und ineffiziente Halbtags-Stundenplan zeigt. Meine Kritik:

  • Religion gehört in die Kirche und nicht ins Klassenzimmer.
  • Sozialkunde ist wohl die rechtsstaatliche Gehirnwäsche der Neuzeit? Weg damit!
  • Die jeweils drei Stunden für Englisch und Französisch sind vergeudete Zeit. Fremdsprachen wollen gesprochen und trainiert sein. Macht eine davon mit mindestens sechs Stunden pro Woche richtig und die zweite nachmittags fakultativ.
  • Eine Förderung handwerklicher Fertigkeiten fehlt ganz.
  • An vier Stunden pro Woche sollte Sport getrieben werden.
  • Die Unterrichtsfächer sind zu sehr gesplittet, was durch permanent wechselnde Thematik die Aufnahmefähigkeit beeinträchtigt.

Verlagerung von Verantwortung auf Industrie und Wirtschaft
Schule soll Grundkenntnisse vermitteln, Talente erkennen und auf das Berufsleben vorbereiten. Aber welche Schule bringt die besten Bewerber hervor? Ein Personal-Chef muss anhand von Zeugnissen entscheiden, welcher Bewerber die besten Voraussetzungen mitbringt. Aber wie soll er das tun, wenn jede Bildungseinrichtung nach ihren eigenen Leistungsparametern unterrichtet, keine Benotung erfolgt und nichts vergleichbar ist? Solche Zeugnisse kommen nie in die engere Auswahl – ein schlechter Dienst an den Schülern. Zudem sind Entscheidungsträger aus Industrie und Wirtschaft gezwungen, ihre Zeit in Bewerbungsgesprächen mit Prüfungsfragen zu Mathematik oder Naturwissenschaften zu vertrödeln, um herauszufinden, was der künftige Lehrling wirklich drauf hat. Das ist jedoch gar nicht die Aufgabe des Chefs.

Die Lehranstalten sollten dringend beginnen, ihre Schüler nach einheitlichen Massstäben und Lehrplänen auszubilden und zu bewerten. Es kann nicht sein, dass für die Ausbildung zum qualifizierten Facharbeiter nur noch Abiturienten in Frage kommen.



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