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Blutbad in Frankfurt: War der Todesschuss im Jobcenter verhältnismäßig?

Der entsetzliche Tod einer Arbeitslosen im Jobcenter Frankfurt wirft Fragen auf. War der Einsatz der Schusswaffe durch die Bedrohung mit einem Messer gerechtfertigt? Musste die Polizeibeamtin gleich zum tödlichen Schuss als äußerstes Mittel greifen?

Zur Polizeiausbildung gehört nicht nur das Schießtraining. Neben körperlicher Ertüchtigung werden die Beamten in Deeskalation und Kampfsport geschult, womit man gut auch eine Messerattacke abwehren kann. Nachdem heute eine Kundin des Jobcenters Frankfurt am Main im Streit von einer Polizistin erschossen worden war, muss die Frage nach der Verhältnismäßigkeit erlaubt sein.

War der professionelle Einsatz der Schusswaffe gegen eine nur mit einem Messer bewaffnete Frau gerechtfertigt? Musste die Polizistin mit dem Todesschuss das äußerste Mittel einsetzen?

Wer nach einer Polizeiausbildung aus nächster Nähe die Schusswaffe gegen einen Menschen zieht und ihn tödlich verletzt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den Tod zumindest billigend in Kauf genommen zu haben.

Durchaus erstaunlich ist dabei, dass es den Polizeibeamten gemeinsam mit dem Wachsschutz wohl unmöglich war, die Situation zu deeskalieren und eine einzelne Frau unblutig zu überwältigen.

Wenn dann schon eine Beamtin glaubt, ihre Schusswaffe aus nächster Nähe einsetzen zu müssen, sollte sie diese doch wohl kontrolliert anwenden können, dass die Verletzungen bei der Angreiferin möglichst ohne Todesfolge bleiben.



{ 2 comments… add one }

  • MartialMac Mai 25, 2011, 13:19

    Ich weiss nicht woher der Irrglaube kommt, ein Messerangriff sei ungefährlich oder mit ein paar Stunden Training leicht abzuwehren? Das ist einfach lächerlich und jeder andere der mit einem Messer angegriffen worden wäre, wäre jetzt vermutlich mausetot. Dennoch gehe auch ich davon aus, das unsere Polizei wohl auch nur noch Hartz-Niveau hat, wenn eine derartige Überlegenheit nicht dazu reicht einen einzelnen weiblichen Angreifer kampfunfähig zu machen ohne zu töten!

  • ein auch "Betroffener" September 19, 2011, 00:18

    Finde es traurig, dass es eine Nichtbehördliche Institution (Jobcenter, BA) nicht schafft eine Person ohne Androhung von Gewalt aus dem Gebäude zu bringen, trotz der hier gemachten Angabe ( Messer) , vieles wächst den Nichtbeamten, also der Polizei (welche nur Bedienstete sind und nicht Beamte) über den Kopf und führen zu Kurzschlußreaktionen, Selbstverteidigungskurs scheinbar durchgefallen mit Note 6, also mal schnell Waffe ziehn und “PENG”, sry aber ich beherrsche es auch ohne polizeiliche Sportausbildung, jemanden ein Messer zu entreisen. Naja Notwehrüberschreitung nennts und rechtfertigt dann ein Richter, ein Tritt gegen die Hand der “vermeintlichen” Täterin hätte genüge getan um sie später abzuführen
    (als 2e Lösung wäre eine Auszahlung mit späterer Kürzung eine Alternative gewesen, aber NEIN, 50 € ist ein Leben Wert, ich wünsche der Polizistin ein “unruhiges” Leben jemanden auf dem Gewissen zu haben!

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