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“Deutschland ist kein Billiglohnland und wird nie eines werden…”

Das versprach Guido Westerwelle in seiner Rede zum Wahlkampfauftakt der FDP in Düsseldorf am 22.08.2005.
Weit gefehlt, denn wie Reuters heute berichtet, will Volkswagen-Lenker Pischetsrieder seine Mitarbeiter oder vielmehr “Kosten”, denn wir reden ja nicht über “Köpfe”, aus dem Haustarifvertrag herauskaufen. Danach sollen sie – vielleicht – jedoch mit niedrigeren Löhnen analog Tarifvertrag der VW-Tochter Auto 5000 wieder eingestellt werden.
“Betriebsbedingte Kündigungen haben wir immer ausgeschlossen.” so heißt es aus dem Hause VW.
Frechheit? Einmalig? Oh, nein! Andere Branchen praktizieren solche Art von Lohndumping schon seit Jahren. So hatte die Hypovereinsbank, München, ob ihres an die Wand gefahrenen Immobiliengeschäftes schon im Jahre 2001 ihren teuer ausgebildeten Spezialisten die Möglichkeit eines gut dotierten Ausstiegs angeboten. Denn man will ja auch hier nicht betriebsbedingt kündigen. Die Re-Einstellungen werden dann bei Bedarf von der neu gegründeten Tochter HVB-Profil übernommen.

Lohndumping in verdeckter Form
Noch eins drauf setzt die Sächsische Aufbaubank zu Dresden (SAB). Um mögliche betriebsbedingte Kündigungen und teure Abfindungen in schlechteren Zeiten zu umgehen, erfolgen viele Einstellungen nur noch befristetet. Ja sogar vor Einjahresverträgen macht Sachsens Förderbank nicht halt, um ihre neuen Mitarbeiter entsprechend zu motivieren. Des Weiteren hält man sich eine Reihe von Zeitarbeitskräften zu Billiglöhnen. Natürlich von der Politik abgesegnet. Gehört doch die SAB mittlerweile dem CDU-regierten Freistaat Sachsen.
Die Auswüchse sind erschreckend. Die Zeitarbeitsfirma Adecco wirbt Spezialisten für vierteljährliche bundesweite Einsätze zu EUR 9,00 die Stunde, Brutto selbstverständlich. Bei 22 Arbeitstagen und 39-Stundenwoche wäre das ein Monatsgehalt von round about EUR 1.544,-, gemäß Tarifvertrag für Zeitarbeit versteht sich.
Ach ja, Deutschland ist kein Billiglohnland und betriebsbedingte Kündigungen gibt’s ja nur im Märchen.



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