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Dürfen wir uns über bin Ladens Tod freuen?

Wer sich über den Tod des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge vom 11. September 2001 freut, begibt sich selbst auf das irre Niveau von Massenmördern, wie Hitler, Stalin oder die christlichen Inquisitoren des Mittelalters.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag ihre Freude über die Tötung von Osama bin Laden öffentlich kundgetan. Sie hat auf die Meldung aus dem Weißen Haus reagiert, wie ein Kleinkind, das sich über eine Tafel Schokolade freut. War das noch unsere Bundeskanzlerin?

Natürlich! Die USA haben uns immer wieder einen bewaffneten bin Laden präsentiert und erklärt, der hätte die Terror-Anschläge auf das World Trade Center in New York im Jahre 2001 angezettelt. Zivilisiert und rechtsstaatlich bewiesen haben sie es jedoch nicht. US-Präsident Obama hatte laut US-Medien letzten Sonntag dennoch entgegen jedes Völkerrecht den Befehl gegeben, die Souveränität Pakistans zu verletzen und den mutmaßlichen Massenmörder bin Laden zu fassen oder zu töten. Obama galt unter Republikanern bislang als zu weich. War der Befehl politisch motiviert?

Jetzt stellt sich nach Informationen aus Kreisen des US-Militärs heraus, das Spezialkommando der Navy SEALs hatte einen unbewaffneten bin Laden angetroffen und dennoch getötet. Ein Unfall?

Eine entsetzliche Entwicklung, wenn Regierungen im 21. Jahrhundert sich im Alleingang aufgrund eigener Behauptungen über bilaterale Beziehungen hinwegsetzen und mit der Welt “wilde Sau” spielen. Das muss jedem zivilisierten Bürger gerade vor den Opfern des internationalen Terrorismus nachdenklich stimmen.

Wer sich über bin Ladens Tod freut, muss sich im selben Atemzug auch fragen, ob auch er diesen Mann vorher motiviert, ausgebildet und bewaffnet hätte.

Es gibt keinen Grund zur Freude über den Tod anderer, egal was sie getan haben oder getan haben sollen. Der Tod ist etwas Endgültiges. Er kann weder zurückgenommen noch entschuldigt oder entschädigt werden. Freude oder Genugtuung auch über die Hinrichtung von (mutmaßlichen) Verbrechern bedeutet Rückfall in die Barbarei, in die Zeiten von Scheiterhaufen und Hexen- und Bücherverbrennungen. Eine gesellschaftliche Akzeptanz niederer Rachegelüste? Da sei Gott vor!



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