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EFSF-Hebel soll Rettungsschirm auf zwei Billionen Euro erweitern

Mit einem Hebel soll der Euro-Rettungschirm EFSF auf zwei Billionen Euro ausgeweitet werden. Wer die gewaltige Summe den Investoren je zurückzahlen soll, bleibt unklar.

Kaum haben alle Parlamente der 17 Länder der Euro-Zone der jüngsten Erweiterung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) zugestimmt, ist sie schon wieder zu klein. Das effektive Volumen von 440 Milliarden Euro reicht nicht für die Stabilisierung von Spanien und Italien.

Daher wird bereits seit einiger Zeit unter den EU-Finanzministern insgeheim verhandelt, die EFSF als Hebel zu nutzen, um die “Schlagkraft” des Euro-Rettungsfonds zu erhöhen. Während die deutschen Medien über ein Volumen von einer Billion Euro spekulieren, berichtet der britische “Guardian” von unvorstellbaren zwei Billionen Euro. Bei einem geplanten Hebel von 1:5 und dem EFSF-Volumen von 440 Miliarden Euro ist wohl die größere Summe wahrscheinlicher.

Bei der umstrittenen Abstimmung des Deutschen Bundestages über die EFSF-Erweiterung am 29. September 2011 hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) diesbezügliche Anfragen aus eigenen Reihen und der Opposition als “Hirngespinste” abgetan. Ausgeschlossen hatte er den Hebel jedoch nicht.

So soll EFSF jetzt nicht mehr selbst an den Finanzmärkten Geld leihen und an Schuldenstaaten oder Pleite-Banken weiterreichen. Er soll als Versicherung auftreten und mit maximal 440 Milliarden Euro die Verluste von Anleihen bei einem Schuldenschnitt in Höhe von bis zu 20 Prozent absichern.

Derzeit ist man in Brüssel jedoch noch uneins, ob der EFSF die ersten 20 Prozent der Verluste übernehmen soll (First Loss) oder die Investoren die ersten 10 Prozent übernehmen, während der Rettungsfonds die nächsten 20 Pozent garantiert (Scond Loss).

Beim Modell “First Loss” könnte ein Schuldenschnitt von 20 Prozent erfolgen und und die EFSF würde die Rückzahlung zu 100 Prozent garantieren. Die Investoren würden durch die höheren Zinsen sogar kräftig dabei verdienen.

Würde sich das Modell “Second Loss” durchsetzen, müssten Investoren die ersten Kursverluste von bis zu 10 Prozent selbst tragen und die EFSF würde dann die nächsten 20 Prozent übernehmen. Zusammen mit einem Schuldenschnitt von 20 Prozent käme das zweite Modell wenig vertrauensbildend bei den Märkten an.

Bei einem Schuldenschnitt von 50 Prozent – wie er sich im Falle Griechenland abzeichnet – ist es aber egal, ob “First Loss” oder “Second Loss”.

Das fünffache Risiko des EFSF-Hebels für die Steuerzahler

Bislang wurde noch nicht geklärt, wer letztlich die gewaltige Summe von zwei Billionen Euro wieder an die Investoren zurückzahlen soll, nachdem das Geld zwischen korrupten Politikern und gierigen Bankvorständen versenkt wurde. Der EFSF hat nur ein effektives Volumen von 440 Milliarden Euro.

Geht die geplante Zockerei der Euro-Finanzminister gegen die fundamentalen Marktdaten schief, müsste Deutschland bei der Euro-Rettung wesentlich mehr Lasten schultern als nur die bisherigen 253 Milliarden Euro.



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