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Fachkräftemangel: Tausende Ingenieure arbeitslos

engineering engineers ingenieureRainer Brüderle (FDP) fordert von der Industrie ein Begrüssungsgeld für ausländische Ingenieure. Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt setzt lieber auf Zuwanderer als auf das Angebot gut ausgebildeter deutscher Fachkräfte. Was die Wirtschaft Fachkräftemangel nennt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Kostensenkungsprogramm, weil seit Jahren an Weiterbildung und Umschulung gespart wird. So bot im Jahre 1992 die Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeinsam mit Hochschulen und Universitäten Weiterbildungsprogramme für Akademiker an. Heutzutage sind derartige Schulungsmassnahmen selten geworden. Stattdessen landeten selbst im Jahre 2005, als sich schon der Engpass bundesweit abzeichnete, noch immer Ingenieure in betriebswirtschaftlichen Bildungsmassnahmen, gefördert durch die BA.

Industrie hat seit Jahren kein Interesse
Ich bin Diplomingenieur (FH), Fachrichtung Maschinenbau, jahrelange Berufserfahrung in Luftfahrttechnik. Für mich ist der Ingenieur einer der interessantesten Berufe überhaupt. Mein Profil hatte ich daher vor Jahren in einer grossen Jobbörse eingestellt. Trotz dem immer wieder viel beschworenen Fachkräftemangel kam von Seite der Industrie nicht eine einzige Anfrage. Inzwischen ist der Zug weg. Heute bin ich selbständig. Als Ingenieur brauche ich keinen Arbeitgeber.

Tausende Ingenieure arbeitslos oder in fremden Berufen
Tausenden Ingenieuren geht es ähnlich. Teures Studium, Diplom, aber danach verkümmern die Talente im Management, in Banken, im IT-Bereich oder anderswo. Nur jeder zweite Ingenieur arbeitet in seinem Beruf, berichtet Spiegel Online.

Es gibt genug Ingenieure, man muss nur genau hinschauen und statt Begrüssungsgeld vielleicht ein paar Euro für gezielte Weiterbildung in die Hand nehmen.

Foto: Seattle Municipal Archives / CC



{ 2 comments… add one }

  • IvD August 2, 2010, 21:21

    Die Lüge vom Fachkräftemangel hatte und hat nur ein Ziel: Gehälter drücken. Und währende andere Akademiker wegen ihrer mageren 8000 Euro Monatsgehälter auf die Straße gehen lassen wir Ingenieure uns jeden Scheiß gefallen. Bis der FDP-Christian sagt, das die Ingis ja eh <40k€ im Jahr verdienen und das so schlimm ja auch nicht sei.

    Der Beruf des Ingenieurs ist – zumindest in der "Industrienation" Deutschland getötet worden. Die Politik und Wirtschaftslobby hat ihr Ziel erreicht. Leider lassen sich junge Leute immer noch viel zu oft in diesen Beruf ohne Zukunft locken – deshalb auch die 50%, die später diesen "interessanten" Beruf nur ausüben.

    Junge Leute: Finger Weg vom Ingi! Ihr landet in der 3 Euro/Stunde Zeitarbeit (ohne Sicherheit, ohne Rente, ohne Zukunft), während sich andere Akademiker (und viele nicht-Akademiker) die Sonne auf den Wohlstandsbauch brennen lassen. Dafür arbeitet ihr aber auch härter.

  • Max August 9, 2010, 15:50

    “Stattdessen landeten selbst im Jahre 2005, als sich schon der Engpass bundesweit abzeichnete, noch immer Ingenieure in betriebswirtschaftlichen Bildungsmassnahmen, gefördert durch die BA.”

    An den Universitäten sieht es leider auch nicht viel besser aus, denn auch hier werden lieber sinnfreie Mengen BWL-Asolventen produziert, die dann in Unternehmen arbeiten und dort “weitsichtige” Entscheidungen über den zukünftigen Ingenieursbedarf treffen dürfen. Weitsichtig heißt in diesem Fall dann leider: Maximal 18 Monate in die Zukunft…

    Kein Wunder, dass bei derartig wenig Personalplanung irgendwann Mangelerscheinungen auftreten, wer will schon ein forderndes Studium absolvieren, nur um sich dann später anhören zu müssen, dass er gerade nicht gebraucht wird. VG Maximilian

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