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Hartz-IV: Schmarotzer oder Opfer?

Für jeden zweiten Deutschen sind Hartz-IV-Empfänger faule Schmarotzer (TV-Umfrage), die auf Kosten des Steuerzahlers in Saus und Braus leben. Wirtschaftsthemen erklärt, wer unsere Gesellschaft tatsächlich schädigt:

Politik
Arbeitssuchende schreiben im Durchschnitt 63 Bewerbungen, um einen Job zu bekommen. (EMNID) Für eine gute Bewerbung müssen mindestens 10 Euro aufgewendet werden. Der Gesetzgeber, sprich die Politik, gesteht dem Hartz-IV-Empfänger für seine Bewerbungen pro Jahr aber lediglich einen Zuschuss von maximal 260 Euro zu. Der Bedürftige kann also nur 26 Bewerbungen schreiben oder muss sich weitere vom Munde absparen. Des Weiteren macht eine Erhöhung der Bewerbungsfrequenz im Durchschnitt keinen Sinn. Je spezieller und höher die Ausbildung eines Arbeitssuchenden ist, um so geringer ist die Anzahl der Unternehmen, die einen Arbeitsplatz anbieten könnten. So haben Langzeitarbeitslose kaum mehr eine Chance jemals in die Arbeitswelt zurückzukehren.

Gewerkschaften und Unternehmen
In den 60er Jahren sank die Arbeitslosenquote in Deutschland unter 2 Prozent. Danach stieg sie kontinuierlich auf über 10 Prozent per heute. Die Anzahl der Erwerbstätigen stieg von rund 27 Millionen um 1970 auf rund 37 Millionen in 2003. Im Gegenzug verringerte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) stetig von 10 Prozent in 1950 auf -0,1 Prozent in 2003. (Uni Münster) Der Preis für ein Brötchen lag 1950 bei 4 Pfennig. Heute kostet es rund 30 Cent. Das entspricht einer Preissteigerung von 1.500 Prozent. Die Gründe für diese katastrophale Entwicklung sind vielschichtig. Zum einen tragen die Gewerkschaften mit ihren masslosen Lohnforderungen dazu bei, so dass Unternehmen gezwungen sind, die Preise fortlaufend zu erhöhen oder Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So verdient heute ein Industriearbeiter das 20-fache dessen, was sein Kollege 1950 in der Lohntüte hatte. (Bundesbank) Die Vergütung der Vorstände der DAX-Konzerne stieg per heute gegenüber 1987 um nahezu 700 Prozent. (FAZ) Zum anderen explodierten die Renditeforderungen der Anteilseigner der Unternehmen. So wurde jahrzehntelang sukzessive Geld aus der Wirtschaft gezogen und Investitionen und Innovationen im Inland reduziert. Der Anstieg der Erwerbstätigen ab 1970 bei weiterem Rückgang des Wirtschaftswachstums trotz gnadenloser Effizienzsteigerung in Verbindung mit wachsenden Arbeitslosenzahlen zeigt, dass zudem die Arbeitsplätze in Verwaltungen – also ohne Beitrag zum Gemeinwohl – exzessiv zunahmen.

Geiz in allen Klassen
Wer heute noch für Leistungen bezahlt, ist out. Dieses Phänomen zieht sich durch alle Bereiche. Vor allem im Internet gibt es einen Hype um “billig und kostenlos”. So wird auch Wirtschaftsthemen.net immer wieder mit Anfragen diverser Unternehmen der Finanzbranche konfrontiert, die durch die Hintertür für lau werben oder sich kostenlose Beratungsleistungen erschleichen wollen, um letztlich Gewinne zu erzielen. Das geht von aggressiven Interview-Angeboten über unbezahltem Linktausch auf Landing-Pages mit Finanzprodukten bis hin zur vertragslosen Beratung für Vertriebsportale ohne entsprechende Gegenleistung.

Die Gesellschaft versucht unseren Hartz-IV-Empfängern die Schuld für so ziemlich alles, was in den letzten 60 Jahren Bundesrepublik Deutschland verbockt wurde, in die Schuhe zu schieben. Also entweder wir führen jetzt konsequent Kommunismus ein und verzichten auf’s Geld oder wir besinnen uns und fordern nicht nur Leistung, sondern fördern auch wieder die entsprechenden Möglichkeiten und Voraussetzungen für unsere Bürger, diese zu erbringen. Wie die aktuelle Wirtschaftskrise zeigt, wird’s wohl ohne Kaufkraft und marktfähige innovative Produkte nicht gehen. Mit 351 Euro pro Monat ist das jedoch nicht zu stemmen.

Btw., Peter Hartz (SPD), IG-Metall-Mitglied und wegen Veruntreuung von VW-Firmengeldern vorbestraft, zeichnet gemeinsam mit der rot-grünen Schröder-Regierung verantwortlich für das Hartz-IV-Modell.



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