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HRE: Flowers führt Regierung aufs Parket

Sind 3 Euro pro HRE-Aktie gerecht?

Unsere Regierung will die Hypo Real Estate (HRE) schnellstmöglich verstaatlichen. Grossaktionär J. C. Flowers ist derweil immer noch für Gespräche offen und glaubt an eine Lösung im Interesse beider Seiten. Seine Preisvorstellung: 3 Euro pro HRE-Aktie.

In Berlin haben sie gefehlt, gezögert, geschwatzt und gestritten. Jetzt legt Grossaktionär J. C. Flowers in einem FAZ-Interview die Karten auf den Tisch und fordert unsere Regierung heraus. Mit Recht! Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte gegenüber dem WDR betont:

“Es gibt die Möglichkeit, ein Übernahmeangebot zu machen. Aber Herr Flowers wird Preisvorstellungen haben, die weit über das hinausgehen, was in einem Enteignungsverfahren zu zahlen wäre, gemessen an dem aktuellen Kurs”.

Sicher, denn wann immer man diese Sätze auch liest, liegt ihnen stehts ein niedrigerer Aktienkurs zugrunde und die Frage liegt nahe: Wann wurde seitens der Regierung das letzte Mal mit Flowers gesprochen?

Fassen wir kurz zusammen:
Im Herbst letzten Jahres stellte unsere Regierung und private Banken in einer Nacht- und Nebelaktion der HRE 35 Milliarden Euro zur Verfügung, davon 8,4 Milliarden Euro von Banken und 26,6 Milliarden Euro als Bürgschaften des Bundes. Was die Politiker versäumten, war die Absicherung ihres Engagements durch Prüfung und Auflagen. Man verliess sich einzig und allein darauf, dass die Bürgschaften schon hoffentlich nicht benötigt würden und alles gehe gut.

Ab da verstrichen wertvolle Monate, – Womit waren Steinbrück und BaFin eigentlich zwischen Herbst 2008 und Mitte Februar 2009 beschäftigt, dass sie “Deutschlands Kostenfaktor Nummer 1″ mit all den Staatsgarantien, unterlegt mit unseren Steuergeldern, allein wirtschaften liessen, statt ihn umzukrempeln und mal nachzuschauen, was dort so läuft? – der Bund erhöhte schrittweise sein Engagment, welches nun die 100-Milliarden Euro-Grenze überschritten hat und kein Ende ist in Sicht.

Als letzte Rettung sieht die Regierung nun eine Verstaatlichung, die übrigens ohne Wirtschaftsprüfung und Sanierungskonzept genauso wenig bringen wird. Um dieses Thema wurde nun in den letzten Wochen heftig debattiert und dementiert, der Aktienkurs in den Keller geschwatzt und nun wundert es mich nicht, dass Flowers mit 3 Euro pro Aktie eine etwas andere Preisvorstellung hat, als es die aus dem Bundestag aufs Börsenparkett getragene Psychologie in Höhe von 1,60 Euro pro Papier widerspiegelt.

Klar, die Preisvorstellung Flowers’ scheint berechtigt. Hätte man sich im Januar auf 3 Euro geeinigt oder wie auch immer eine Kontrolle des Bundes installiert, niemand hätte sich daran gestossen. Es wären Peanauts im Vergleich mit den Milliarden an Unterstützung gewesen. Jetzt, nach dem öffentlichen Hick-Hack seitens der Politik und Medien über Steuergelder, Boni und Dividenden kann niemand mehr dem “kleinen Mann auf der Strasse” erklären, warum er den Aktionären das “Doppelte” des heutigen Aktienkurses zahlen soll.

Nein, nicht Flowers ist der Buhmann. Unsere Regierung und unser Bundesfinanzminister versuchen es nur so aussehen zu lassen.


Dieser Artikel ist Teil 14 von 37 der Serie Hypo Real Estate - HRE - pbb Deutsche Pfandbriefbank



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