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Kredit-Affäre: Bundespräsident Wulff bedauert – Schwamm drüber?

Kredit-Affäre: Bundespräsident Wulff lässt sein Bedauern ausdrücken. Glauben wir ihm?

In der Kredit-Affäre hat Bundespräsident Christian Wulff (CDU) sein Bedauern ausgedrückt – oder besser – es über das Bundespräsidialamt ausdrücken lassen.

In der Tat könnte die Angelegenheit damit erledigt sein. Auch ein niedersächsischer Ministerpräsident darf für sein privates Haus einen Privatkredit aufnehmen. Hilft ihm eine befreundete Unternehmerfamilie dabei, können wir das ebenfalls tolerieren.

Wenn Ministerpräsident Wulff sein Parlament trotz Anfrage nicht hinreichend informiert und später erst unter massivem Druck der Öffentlichkeit seine Unterlassung bedauert, ist das zwar eine unschöne Angelegenheit, aber menschlich noch immer nachvollziehbar.

Wenn da nicht weitere Negativ-Schlagzeilen über Christian Wulff wären. Urlaub beim umstrittenen AWD-Gründer Casten Maschmeyer, ein kostenloses Upgrade bei Air Berlin, Urlaub in der Florida-Villa der Unternehmerfamilie Geerkens und nun die Kredit-Affäre.

Ist das jetzt alles? Oder kommt da noch etwas? Auch die niedersächsische SPD vermutet System dahinter und will laut einem Focus-Bericht weitere Urlaube von Wulff prüfen.

Bundespräsident Wulff sollte aus Respekt vor dem Amt zurücktreten, wie er es im Jahr 2000 von seinem Vorgänger Johannes Rau im Zuge dessen Düsseldorfer Flug-Affäre ebenfalls forderte.



{ 2 comments… add one }

  • Karin Diederich Dezember 18, 2011, 19:55

    Laßt den Bundespräsidenten endlich in Ruhe!

  • Erich Lienhart Dezember 18, 2011, 22:35

    Leserbrief

    Manchmal gibt es Grund, mit Neid auf das Ausland zu blicken: zum Beispiel wegen des Niveaus der Politikerskandale. Als vor Jahren der ehemalige französische Außen- minister Roland Dumas wegen Korruption vor Gericht stand, ging es um wertvollen Schmuck und eine Luxuswohnung in Paris – für die Geliebte !
    Bundespräsident Christian Wulff war weniger anspruchsvoll. Er wollte sich mit ein paar Prozent Zinsersparnis beim Bau des neue Einfamilienhauses begnügen. Nebenbei: Wulffs Haus atmet perfekt jene bundesdeutsche Wüstenrot- und Bimsblockästhetik, die der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich als die Entbindung vom bürgerlichen Geist der Stadt verdammte. Natürlich bedeutet der
    500 000 – Euro Privatkredit, den Wulff, so wie bislang behauptet, von einer Unternehmensgattin annahm, keine Korruption. Schmierig wirkt es trotzdem. Denn als Ministerpräsident mit Pensionsanspruch verfügte Wulff über beste Bonität und hätte den Kredit von jeder Bank bekommen., wenn auch zu weniger günstigen Konditionen. Solche Fehlgriffe passieren, wenn Politik vor allem als Möglichkeit zum sozialen Aufstieg begriffen wird. Wenn unsere Politiker demnächst wieder das große Wort führen, stellen wir sie uns am besten ganz klein vor. Meistens liegen wir damit richtig.

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