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Nach Privatisierung: 17000 Tote pro Jahr durch Fehler in Krankenhäusern

Jeder tausendste Patient in deutschen Kliniken stirbt, weil immer weniger Personal mit steigenden Patientenzahlen überfordert ist.

Die Zahl der Krankenhaus-Patienten – sogenannte stationäre Fälle – stieg gemäß einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hierzulande zwischen 1991 und 2010 durchschnittlich jedes Jahr um rund 181000, weil Deutschland altert und die Menschen daher häufiger und länger krank sind.

Im Gegenzug fallen pro Jahr 70000 Krankenhausbetten der Rationalisierung zum Opfer. Zudem werden die Krankenhausaufenthalte immer kürzer. Allein zwischen 1991 und 2009 sank die Verweildauer der Patienten um die Hälfte.

17000 Patienten sterben jährlich in Deutschlands Kliniken durch Behandlungsfehler

Experten schätzen, dass bereits 0,1 Prozent der Patienten durch Fehler bei der Behandlung sterben. Eine von 100 Behandlungen ist zudem mangelhaft und bei jeder zehnten Therapie kommt es laut Sueddeutsche zu sogenannten “unerwünschten Ereignissen”, sprich Komplikationen.

Rentnerin fast verhungert, weil Schwestern und Pfleger keine Zeit hatten

So berichtete das Berliner Magazin “Kontraste” im August 2011 von einer Rentnerin, die infolge Alzheimer auf Hilfe angewiesen ist. Bei der Entlassung aus der Klinik wog die Frau nur noch 34 Kilogramm, weil Schwestern und Pfleger die Patientin aus Zeitmangel nicht versorgten. Nach Aussage des betreuenden Pflegeheims leider kein Einzelfall.

Immer weniger Krankenhäuser und Personal, aber mehr private Kliniken

Von 1991 bis 2010 sank die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland von 2411 auf 2065. Zudem ging trotz Sicherstellungsauftrag der Länder der Anteil der öffentlichen Einrichtungen in diesem Zeitraum von 46 auf 30 Prozent zurück. Auch bei den freigemeinnützigen Kliniken gab es einen Rückgang von ehemals fast 40 auf rund 34 Prozent. Dagegen hat sich der Anteil privater Kliniken von 14,8 auf 32,9 Prozent mehr als verdoppelt.

Durch Rationalisierung verloren allein zwischen 1996 und 2008 rund 50000 Schwestern und Pfleger ihre Jobs, notierte der Stern in seiner Ausgabe 36/2010.



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