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Sparpaket – Euro-Inflation vom Tisch – Droht uns Deflation?

Eine Entwertung des Euro dürfte für die kommenden drei bis fünf Jahre endgültig vom Tisch sein. Im Gegenteil! Nachdem sich die schwarzgelbe Koalition am Montag auf ihr heftig umstrittenes Sparpaket einigte, sind Deflationsängste innerhalb der Europäischen Union (EU) durchaus gerechtfertigt. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Anfang dieses Jahres belegen, die Deutschen haben Krisenangst und tun das, was sie in Krisen am liebsten machen, sie sparen. 15 Prozent der Einkommen – eine Rekordzahl – wandern derzeit auf die hohe Kante, stehen nicht dem Konsum und somit nicht der Binnenkonjunktur zur Verfügung. Die hohe Sparquote drückt hierzulande nicht nur auf Preise und Unternehmensgewinne sondern auch auf Investitionen und Schaffung neuer Arbeitsplätze. Nun setzte die Bundesregierung noch eines drauf. Sie verstärkt mit ihren Sparplänen die finanziellen Ängste in der Bevölkerung und will ab 2011 reale Kaufkraft abschöpfen mit der Folge, dass die Bürger noch mehr auf ihr Geld achten werden.

Aber Deutschland ist mit seinen (sozialen) Kürzungen nicht allein. Ungarn, Polen, Lettland, Griechenland, Spanien oder Italien – alles hoch verschuldete EU-Länder – stehen ebenfalls auf der Ausgabenbremse. Der Unterschied zu Deutschland, das sich ohne Rücksicht nur an seine selbst auferlegte Schuldenbremse gebunden sieht, haben diese Staaten echte Defizite. Auch von dieser Seite kommen also die Preise innerhalb des Euro-Raumes unter Druck.

Dabei ist das Signal der Bundesregierung nicht nur bei uns Bürgern angekommen. Das Sparprogramm findet auch international Beachtung und könnte einen Dominoeffekt auslösen. So warnt der österreichische “Standard” vor überproportional wachsenden Leistungsbilanzüberschüssen durch die deutschen Exportwirtschaft. Deutschland als grösste Wirtschaftskraft der EU könnte durch Schwächung der Binnenkonjunktur Kapital aus anderen Ländern abziehen und globale Ungleichgewichte verschärfen. Das würde in diesen Regionen deflationäre Tendenzen natürlich verstärken. Die französische “Dernières Nouvelles d’Alsace” legt den Finger auf die Wunde und spricht von einer möglichen “EU-weiten Deflation”, wenn Deutschland jetzt auf die Konjunkturbremse tritt. Frankreichs Konjunkturminister Patrick Devedjian lehnte bislang drastische Sparmassnahmen ab, um das Wirtschaftswachstum seines Landes nicht zu gefährden.



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