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Zeitlinie der Bundesbankentscheidung über Sarrazin – Kam der Befehl für seine Entmachtung aus Berlin?

Seit Tagen rumorte es um Thilo Sarrazins Vorstandsposten zwischen Kanzleramt und der Deutschen Bundesbank. Gestern nun gab der Vorstand seine Entscheidung über die Beantragung der Entlassung Sarrazins beim Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) bekannt. Kam die Order aus Berlin, ist die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank seit gestern Nachmittag Geschichte. Eine Zeitlinie:

25. August 2010
Gemäss Tagesspiegel haben sich Bundesbankpräsident Axel Weber und der Gesamtvorstand mit Thilo Sarrazin auf eine Sprachregelung geeinigt. Bundesbanksprecherin Susanne Kreutzer erklärte gegenüber der Zeitung:

“Das Buch ist eine private Angelegenheit von Herrn Sarrazin, er äußert darin seine persönliche Meinung. Diese steht nicht im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Bundesbank”.

30. August 2010
Die Berliner Zeitung berichtet über massiven Druck aus dem Kanzleramt auf die Bundesbank. So gab es eindeutige Forderungen seitens Steffen Seibert, Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

01. September 2010
Die Bundesbank vertagt ihre Personalentscheidung über Thilo Sarrazin.

02. September 2010
In den frühen Morgenstunden berichtet Welt Online über den Wunsch des Bundespräsidenten, dass die Bundesbank einiges tun könne, damit die Diskussion Deutschland auch international nicht schade.

10.38 Uhr
BILD meldet in Bezug auf die Berliner Zeitung, die Bundesbank wird Sarrazin heute kündigen.

Gegen 12.00 Uhr berichtet das Handelsblatt von einem Gespräch des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) mit Bundesbankpräsident Axel Weber über Sarrazin.

14.00 Uhr
Die entscheidende Sitzung beginnt laut Bild.

15.52 Uhr
Thilo Sarrazin verlässt die Bundesbank, wie Bild berichtet.

16.00 Uhr
Die Pressemitteilung über die Entscheidung der Beantragung zur Abberufung Sarrazins durch den Bundespräsidenten steht im Internet.

Der Rauswurf Thilo Sarrazins schien demnach bereits am Morgen des 02. Septembers beschlossen und die Sitzung am Nachmittag nur noch reine Formsache. Während am 25. August die Bundesbank sich von Thilo Sarrazin distanzierte und offenbar noch von der Politik abgrenzte, änderte sich die Meinung in Frankfurt möglicherweise, als der Bundespräsident einen potenziellen Schaden für Deutschland ins Spiel brachte.



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