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Nuklearer Notstand: EU erlaubt 20-fach höhere Radioaktivität in Lebensmitteln als nach Tschernobyl

Die EU-Kommission hat die Grenzwerte für Lebensmittel-Importe per Eilverordnung verdoppelt. Die alten nach der Tschernobyl-Katastrophe festgelegten Werte wurden entschärft. Für Gewürze gelten sogar 20-fach höhere Strahlenwerte.

radioactive

Europa im nuklearen Notstand. Die die Atom-Experten in Brüssel glauben vermutlich, dass der Ausfall der 0,2 Prozent Lebensmittel-Importe aus Japan eine europaweite Hungerkatastrophe auslösen könnte.

Die EU-Kommission hat vor dem Hintergrund des Atomunfalls in Fukushima die Grenzwerte radioaktiv belasteter Lebensmittel-Importe per Eilverordnung 297/2011 vom 25. März verdoppelt.

So wurde die zulässige Belastung für Baby-Nahrung von 370 auf 400 Becquerel pro Kilogramm angehoben. Für Milch- und Molkereiprodukte gelten 1.000 Becquerel pro Kilogramm statt die bisherigen 370. Der neue Grenzwert für alle übrigen Lebensmittel beträgt 1.250 Becquerel pro Kilogramm. Vorher waren es 600 Becquerel pro Kilogramm.

Für Gewürze und Fischöl gilt das 20-fache des alten Grenzwertes.

Während nach der alten Verordnung für alle Lebensmittel außer Milchprodukte und Baby-Nahrung die 600 Becquerel pro Kilogramm galten. Liegt der neue Grenzwert für Gewürze und Fischöl bei 12.500 Becquerel pro Kilogramm.

“Atom-Notstandsverordnung” soll Nahrungsmittelknappheit vorbeugen.

Die Grenzwerte für Lebensmittel dürfen nach der Verordnung 3954/1987 von EURATOM aus dem Jahr 1987 bei einem nuklearen Notstand angehoben werden, um einer Lebensmittelknappheit vorzubeugen. Aber Europa imporiert kaum Lebensmittel aus Japan. Im Jahr 2009 waren es gerade einmal 0,2 Prozent, wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen dokumentiert.

Die zulässige Radioaktivität für Europas Lebensmittel-Importe ist jetzt weit höher als die für Nahrungsmittel im hungernden Japan.

Die neuen Grenzwerte für europäische Lebensmittel-Importe liegen jetzt weit über denen, die für Nahrungsmittel im Katastrophengebiet an Japans Ostküste gelten. So dürfen japanische Lebenmittel für Kinder nur mit 100 Becquerel pro Kilogramm und die für Erwachsene mit 300 Becquerel pro Kilogramm belastet sein.

Grafik: Cary Bass / gemeinfrei



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