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Offshore-Leaks – Journalisten schützen Steuerflüchtlinge und Geldwäscher

Auch deutsche Journalisten verhindern Ermittlungen gegen Geldwäscher und Steuerhinterzieher und machen sich aus Profitgier mitschuldig.

Es ist grauenvoll, wie tief die Journaille sinken kann! Wie Schweizer Zeitungen gestern und heute berichteten, weigert sich das internationale Journalisten-Netzwerk ICIJ noch immer die Daten von Steuerhinterziehern und Geldwäschern den zuständigen Ermittlern zu übergeben. Damit stellt sich das ICIJ auf die Seite des organisierten Verbrechens, das unsere Steuergelder auf sogenannte Offshore-Finanzplätze schafft.

Die billige Ausrede: “Eine Unterstützung der Steuerbehörden würde künftige “Recherchen” behindern.”

und

“Man müsse die rechtliche Situation prüfen.”

Nach Angaben vom ICIJ wurden die brisanten Daten dem Netz ohne dessen Zutun zugespielt und danach an 86 Auserwählte verteilt. Die “Prüfung der rechtlichen Situation” bezieht sich wohl eher darauf, wie das ICIJ die Daten möglichst für sich behalten darf, ohne sie den Ermittlern übergeben zu müssen. Das nennen sie dann “Pressefreiheit”.

ICIJ muss sich unbequeme Fragen gefallen lassen

Nach welchen Kriterien die Daten verteilt wurden, ist noch unklar. Die Reporter-Liste von ICIJ weist jedenfalls eine auffällige Schieflage zum Nachteil der steuerzahlenden Nationen auf.

Was wohl ein Journalist in Costa Rica oder Kambodscha mit den Daten unserer Steuerflüchtlinge zu schaffen hat?

Zudem ist es ja wohl nach Bekanntgabe durch Medien die Aufgabe der Ermittler zu prüfen, ob auf Steueroasen und in internationalen Unternehmen alles mit rechten Dingen zugeht.

Aber warum wohl wollen die 86 Reporter nicht mit den Ermittlern zusammenarbeiten? Was steckt wirklich dahinter?

Gibt es einen Deal mit den Informanten?

Wie die Spiegel-Affäre um WikiLeaks bewies, wäscht im Geschäft mit der Information eine Hand die andere.

Weitere Fragen stellt Carta.info

“Wie schafft man es in einer durchlässigen Medienwelt, 15 Monate lang dicht zu halten?

Wie wurden die 86 Journalisten ausgewählt und welche Verträge mussten sie unterschreiben?

Warum fehlten unter den eingeweihten Medien ausgerechnet die Dickschiffe des Enthüllungsjournalismus: die New York Times, derSpiegel, El Pais?

Waren diese Medien an den Daten nicht interessiert?

Oder wollten sie die Daten exklusiv?”

Die 86 Journalisten geraten vor den Ermittlern zunehmend in Erklärungsnot.

Auch deutsche Journalisten erhielten Steuer-Daten

Wie DER SPIEGEL vor wenigen Tagen meldete, hatte das Journalisten-Netzwerk ICIJ rund 2,5 Millionen Dokumente über Briefkastenfirmen, Bankkonten dubiose Geschäfte und Namen von 130.000 Personen erhalten, die ihre Geld am Fiskus vorbei auf Steueroasen transferiert haben. Gemäß der ICIJ-Liste befinden sich unter den 86 Journalisten auch fünf Kollegen aus Deutschland.

Offshore-Steuertricks und Lücken im Steuergesetz sind seit Jahren bekannt

Wirtschaftsthemen.net hatte in der Vergangenheit immer wieder über Gesetzeslücken zu Gunsten von Steuerflucht und Steuertricks berichtet, mit denen auch deutsche Unternehmen mit weltweiten Konstrukten von Schein- und Briefkastenfirmen am Finanzamt vorbei ihre Steuerbelastung senken. Zudem hatte der Bundestag bereits im Jahre 2009 ein Gesetz gegen Steuerhinterziehung verabschiedet, wonach Steuerpflichtige mit Geschäftsbeziehungen im Ausland einer Mitwirkungspflicht unterliegen und ihnen die Verweigerung des Betriebsausgabenabzuges droht, wenn sie falsche Angaben machen oder die Steuerprüfung behindern.

Schaden geht in die Milliarden Euro

Wie die NZZ weiter berichtet, will das ICIJ erst in den kommenden Jahren weitere Details über dubiose internationale Steuersparmodelle veröffentlichen. Bis es soweit ist, müssen sich die Steuerfahnder wohl mit den vom “kleinen Journalisten-Kreis der 86″ lancierten Häppchen begnügen, werden Sie und ich weiter brav unsere Steuern zahlen, während Steuerflüchtlinge und Geldwäscher uns weiter um unsere Kindergärten und Schwimmbäder prellen.

Foto: Wikipedia / CC



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