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Umweltministerium vs G8-Klima-Score-Cards

Tolle Klimaziele allein reichen nicht!

Die Umweltschutzorganisation WWF und die Allianz haben am 03. Juli 2008 eine gemeinsam in Auftrag gegebene Studie veröffentlicht, die “G8 Climate Score Cards”. Darin belegt Deutschland hinter Grossbritannien und Frankreich immerhin Platz 3. “Wieso nur den dritten Platz?” fragt sich nun unser Bundesumweltministerium und macht auch gleich die Methodik der Studie im Allgemeinen und die Nutzung der Atomkraft durch die beiden vor uns Platzierten im Besonderen verantwortlich. Zudem würden die Anstrengungen Deutschlands bei erneuerbaren Energien zu wenig berücksichtigt. Na schön!

Zunächst geht es in den “G8 Climate Score Cards” nicht um Klimapolitik allgemein, sondern um harte Fakten, wie Treibhausgasemissionen, Energieeffizienz sowie die Schaffung von Steuerungsinstrumenten durch den Gesetzgeber und deren effektive Anwendung.

Natürlich bescheinigt die Studie Deutschland hervorragende Ambitionen in Sachen künftige Nutzung erneuerbarer Energien und für den Ausstieg aus der Kernenergie gibt’s selbstverständlich auch keine Minuspunkte.

Bei aller Senkung von CO2-Emissionen und Zielerreichung gemäss dem Kyoto-Protokoll emittiert Deutschland heute und künftig immer noch mehr CO2-Äquivalent als Grossbritannien und Frankreich. Zudem bescheinigen WWF und Allianz, dass die deutsche Politik sich oftmals noch schützend vor die Automobilindustrie stellt. Des Weiteren ist der Emissionshandel in Deutschland mangelhaft entwickelt, es gibt zuwenig Klima-Standards und die Gesetzgebung bezüglich Klimaschutz hat ebenfalls Nachholbedarf. Gemäss der Studie gibt es bei Gebäuden noch grosses ungenutztes Potential und bislang zu wenig Effizienz-Standards bei elektrischen Haushaltgeräten.

Das sind eine Menge Kritikpunkte, die wohl eher wenig mit “die anderen benutzen ja auch Atomkraft” zu tun haben, wie ich finde.



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