Arbeitsmarkt

7+1 goldene Regeln gegen Schäden bei Bewerbung, Vorstellungsgespräch und Arbeitsaufnahme







by Frank Kerkau on April 28, 2015

Trickreich versuchen schwarze Schafe unter den Arbeitgebern ihre Kosten auf Bewerber abzuwälzen. Hier die goldenen Regeln zur Vermeidung finanzieller Schäden im Bewerbungsprozess:

1. Auf schriftliche Bewerbungen sollte der Kandidat verzichten.

Sie sind ineffizient, langwierig, teuer und umweltschädlich. Jeder Personalsachbearbeiter oder Firmen-Chef hat eine E-Mail-Adresse und kann Bewerbungen empfangen, lesen und beantworten.

2. Auch auf Online-Bewerbungen auf nur eine einzelne Stelle sollte der Bewerber verzichten.

Einzelne Online-Bewerbungen sind zeitaufwändig und stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. In der Regel wendet der Bewerber mehrere Stunden seiner kostbaren Zeit für das Ausfüllen diverser Online-Formulare auf, während der Personalsachbearbeiter die Absage dann nur mit einem Mausklick versendet. Erst wenn mehrere Bewerbungen über ein Online-Portal eines Unternehmens erfolgen sollen, reduziert sich der Zeitaufwand pro Bewerbung.

Bewerber werden zudem nicht vom Steuerzahler bezahlt, um den Firmen ihre Datenbanken zu pflegen.

3. Termine für Telefoninterviews und Vorstellungsgespräche sind durch das interessierte Unternehmen mindestens 10 Werktage im Voraus anzukündigen und zu vereinbaren. Die Einladung muss schriftlich oder per E-Mail erfolgen.

Bewerber verhandeln mit vielen potenziellen Arbeitgebern. Vorstellungsgespräche sind zu planen, Reisen zu organisieren und zu finanzieren. Auch muss sich der Bewerber vor jeder Reise seine Ortsabwesenheit von der Arbeitsagentur genehmigen lassen oder Urlaub beim aktuellen Arbeitgeber einreichen.

4. Kosten des Auswahlverfahrens trägt das einladende Unternehmen.

Bewerber sind keine Banken oder Unternehmer. Wer einen Kandidaten einlädt oder von Ort A nach Ort B schickt, soll auch die Kosten tragen. So sieht es der Gesetzgeber vor. Arbeitgeber oder Steuerzahler gehen daher in Vorleistung.

5. Das Gehalt ist am Monatsersten im Voraus fällig.

Auch Mitarbeiter sind keine Banken oder Unternehmer. Wer pendelt oder sogar außerhalb des Tagespendelbereichs eine Arbeit aufnimmt, hat hohe Kosten für Zweitwohnung, Zimmer, Heimfahrten und Verpflegung. Welcher Bewerber kann aus der Arbeitslosigkeit oder gar aus Hartz-IV heraus für vier Wochen oder länger diese Beträge vorschießen?

Potenzielle Mitarbeiter sind daher durch den Arbeitgeber so zu stellen, dass sie sich nicht über ihre Finanzen Gedanken machen müssen sondern nur über ihre Aufgaben.

6. Ein Vertragsangebot ist nur gültig mit allen relevanten Anlagen.

Dazu gehören Tarifvertrag, innerbetriebliche Regelungen, Gehaltsentwicklung, Boni etc. und auch welche Kosten für Unterkunft, Heimfahrten und Dienstreisen übernommen werden.

7. Anrufe auf dem Privathandy werden nicht nach Feierabend entgegen genommen, auch nicht im Bewerbungsprozess.

Will der künftige Chef mit seinem potenziellen Mitarbeiter telefonieren, kann er das während der regulären Arbeitszeit tun. Bei einer Einstellungsfrist von sechs Monaten kommt es auf einen Tag nun wirklich nicht an.

8. Arbeits- und Arbeitsschutzbekleidung sind vom Arbeitgeber auf eigene Kosten zu stellen – auch in der Probezeit.

Denn die Einstellung eines Mitarbeiters ist eine Firmen-Investition und keine private Kaffeefahrt.

Was meint Ihr? Welche goldenen Regeln habt Ihr Euch für den Umgang mit übereifrigen Personaldienstleistern und Chefs aufgestellt?

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