Arcandor

Quelle-Katalog: Sind jetzt alle verrückt geworden?







by Frank Kerkau on Juli 3, 2009

Frei nach FTD könnte sich das Quelle-Katalog-Drama so entwickelt haben:

Seehofer (CSU): Quelle ist gerettet!
Guttenberg (CSU): Nö, noch nicht ganz!
EU: Doch doch!
Schlott und Prinovis: Der Katalog kommt!
Quelle: Das Weihnachtsgeschäft wird toll!
Druckereien: Wir liefern unter Eigentumsvorbehalt!
Schlott: Oh!
Insolvenzverwalter: Uh!
Arcandor: Oh mein Gott, unsere Aktie!
Prinovis: Quelle ist guter Kunde!
Schlott: Hast Recht! Trotzdem, erst Geld, dann Druck!
Insolvenzverwalter: Kreditvertrag mit 700 Seiten in Englisch, das dauert!
Hausbank Valovis: Der Kredit gehört uns, ist Sicherheit!
Leser: Hä?
Hausbank Valovis: Sicherheit für Forderungen!
Commerzbank und BayernLB: *Murmeln Zustimmung!*
Arcandor: Alles wird gut!

Wenn die Politik sich in Finanzgeschäfte einmischt, dann geht das todsicher schief. Bislang, so suggerierten uns Seehofer & Co., hing das Überleben von Quelle allein am Herbst-Winter-Katalog, denn das Jahresendgeschäft sollte doch der grosse Knaller werden.

Ergo macht ein vernünftiger Kreditgeber, der um die Zeitnot weiss, folgendes:
Er sagt den Kredit zu und spricht mit den Druckereien. Die sollten sich überlegen, genügt das Wort oder benötigen sie eine verbindliche Zusage. Dann hätte die Politik diese treffen müssen und zwar mit Auszahlung direkt an die Druckereien und niemand anderem, denn mit der EU war es ja abgestimmt. Egal wie dick und fremdsprachig nun der Kreditvertrag ist, aufgrund der öffentlichen Zahlungszusage, wären die Druckereien abgesichert. Dass die Hausbank Valovis, welche in der Vergangenheit das Factoring (Aufkauf und Durchsetzung der Forderungen) für Quelle übernahm, ihren mit Insolvenz-Antrag gekündigten Vertrag wieder erfüllt, spielt die zweite Geige. Denn die Druckereien müssen bezahlt werden, wenn sie ihren Teil des Vertrages erfüllen. Die Druck-Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro hätten separiert und mit Valovis immer noch über eine Sicherheit in Höhe der restlichen 30 Millionen verhandelt werden können. Die Aufgabe des Insolvenzverwalters wäre die Koordination gewesen.

So dilettantisch, wie jedoch die Politik rund um Seehofer gehandelt hat, war klar, dass jeder Depp mit Geschäftsbeziehung zu Quelle sofort seine Hände aufhält und das Ganze stoppen kann.

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