Axel Weber

Warum die EZB Axel Weber nicht brauchen kann







by Frank Kerkau on Februar 14, 2011

Bundesbank-Chef Axel Weber ist in der aktuellen finanziellen Situation Europas der falsche Mann, zur falschen Zeit, am falschen Ort und steht Europa im Weg.

Bundesbank-Präsident Axel Weber hat hingeschmissen und seiner Karriere gründlich geschadet. So zumindest hat es offiziell den Anschein. Denn wer von jetzt auf gleich seinen Job kündigt, sich als unzuverlässig präsentiert, darf weder unsere Europäische Zentralbank (EZB) lenken noch die Geschicke der Deutsche Bank. So steht es in den Medien und der Spiegel schreibt sogar von einer Blamage für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Schliesslich sind Merkel und Weber in ihren Ansichten über Geldpolitik nicht weit voneinander entfernt.

Axel Weber gilt unter Experten als Währungshüter der alten Schule. Das weltfremde Blatt “Welt Online” schreibt sogar von einem Garanten “für die deutsche Stabilitätskultur”, als wäre dies der heilige Gral. Von stabiler Kaufkraft muss das Geld sein und eine Notenbank darf sich nur von Konjunktur- und Währungsdaten aber nicht von politischen Interessen leiten lassen. Das mag zu Beginn der D-Mark-Zeit richtig gewesen sein. In den folgenden Jahrzehnten hat die Politik – übrigens begünstigt durch die Währungspolitik der Bundesbank – mit Subventionen, fragwürdigen Ausgaben und strittigen Rettungsaktionen nicht nur horrende Schulden aufgetürmt, sondern auch eine für Gesellschaft und Wirtschaft ungesunde Vermögensverteilung zugelassen. So besitzen laut Erhebung des Statistischen Bundesamtes allein wir Deutschen rund fünf Billionen Euro an Geldvermögen, während Bund und Länder unter einer Schuldenlast von 1,8 Billionen Euro ächzen. In anderen EU-Ländern ist die Situation teilweise so dramatisch, dass Staaten kaum noch handlungsfähig sind und die EZB rettend einspringen muss.

Europa braucht im Moment aber eine Geldpolitik, die der Wirtschaft aller Länder sowie der Rettung von Schuldenstaaten und maroden Banken dient, eine Geldpolitik also, die den Zusammenhalt des politischen Prestigeprojekts Europa sichert. Dafür ist Axel Weber der falsche Mann.

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