D-Mark

Inflation: Euro vs D-Mark – Teuro entlarvt







by Frank Kerkau on Dezember 16, 2011

20-Euro-Scheine

Inflation: Teuro schlägt D-Mark. Wahrnehmung der Bürger ist berechtigt.

Das Argument für den vermeintlich “stabilen” Euro, was oft in Politik und auch heute wieder in den Medien herumgeistert, ist schon mehr als abenteuerlich:

Zwar haben sich wichtige Waren wie Lebensmittel und Energie in den letzten Jahren in der Tat massiv verteuert, dagegen seien aber weit weniger oft gekaufte Produkte wie Computer und Flachbildschirme im Preis gefallen. Auch der moderate Anstieg der Mieten wirke stabilisierend auf die Preise. Unter dem Strich ergäbe sich daraus nur eine geringe Teuerung, die sogar noch unter der D-Mark liege.

So der O-Ton. Durch das Statistische Bundesamt wurden daher heute die 10 Jahre vor der Euro-Einführung als Bargeld bis Ende 2001 und die 10 Jahre danach bis heute betrachtet. Vergleiche von unterschiedlich turbulenten Zeiträumen hinken aber erheblich.

Anfang der 1990er Jahre kam es zum Beispiel im Zuge der deutschen Wiedervereinigung zu erheblichen Preisschüben vor allem bei den Mieten in den neuen Bundesländern, die zu einer Teuerung von 2,2 Prozent beitrugen. Diesen Einmaleffekt mussten auch die Statistiker einräumen.

In den letzten sechs Jahren der D-Mark stiegen die Preise mit durchschnittlichen 1,4 Prozent pro Jahr nur sehr moderat.

Die Preise in der Euro-Bargeldzeit legten dagegen pro Jahr im Durchschnitt um 1,6 Prozent zu. Heizöl und Kraftstoffe verteuerten sich bis November 2011 um bis zu 85 Prozent. Die Strompreise stiegen um 66 Prozent. Stabilisierend wirkten unter den Konsumausgaben jetzt die Mieten, die insgesamt nur um 12 Prozent zulegten.

Damit die Euro-Inflation doch noch unter die Teuerung der D-Mark-Zeit sinkt, wird der Zeitraum 1948 bis Ende 2001 ins Feld geführt. Laut den Statistikern lag die Inflation damals im Jahresdurchschnitt bei 2,6 Prozent und damit höher als in der Euro-Bargeldzeit.

Diese Inflationsrate ist aber von Einmaleffekten geprägt, wie der dramatische Aufschwung mit einer Arbeitslosenquote von unter einem Prozent im Wirtschaftswunderland Deutschland oder die überdurchschnittlichen Preisanstiege von bis zu sieben Prozent in einem Jahr während der Ölkrisen und dem zweiten Golfkrieg.

Um Euro und D-Mark glaubhaft vergleichen zu können, müssten sämtliche Einmaleffekte, wie Wirtschaftswunder, Ölkrise, Wiedervereinigung, zweiter Golfkrieg, Euro-Krise und Rezession herausgerechnet werden, für die eine Währung nun wirklich nichts kann.

Letztlich können wir davon ausgehen, dass die um Einmaleffekte bereinigte Inflationsrate in Deutschland seit der Euro-Einführung höher liegt als zu D-Mark-Zeiten.

Warum präsentiert das Statistische Bundesamt eine solch wohlwollende Auswertung zur Gemeinschaftswährung mitten in einer heftigen Euro-Diskussion?

Foto: Images_of_Money / CC

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