Insolvenz

Merkels Europa-Politik ist Lehrbeispiel für VWL-Studenten







by Frank Kerkau on Juni 28, 2012

Je länger eine Insolvenz verschleppt wird, umso teurer wird sie für alle Beteiligten, wie Merkel schulbuchmäßig am Beispiel Griechenland vorführt.

Der Zug ist längst weg. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihn bereits Anfang 2010 auf die Reise geschickt, als sie die Pleite Griechenlands ignorierte und dem ersten Hilfspaket zustimmte.

Den ersten 110 Milliarden Euro folgte nach langwierigen Verhandlungen Anfang 2012 das zweite Hilfpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro diesmal sogar mit Beteiligung der privaten Gläubiger durch einen Schuldenschnitt von 53,5 Prozent oder 107 Milliarden Euro, wie Schweizer Radio DRS zusammenfasst. Zudem wurden die restlichen Griechen-Anleihen in neue mit längeren Laufzeiten von 11 bis 30 Jahren umgetauscht. Zusätzlich stützten die Euro-Länder Griechenland mit Notkrediten über 100 Milliarden Euro und die nationalen Notenbanken gaben sogar ihre Gewinne aus Griechen-Anleihen zurück.

Trotzdem sind die Griechen noch immer Pleite und in letzter Zeit auch öfter ohne Regierung.

Daran wird sich so schnell nichts ändern wie eine Griechin gegenüber dem TV-Sender Phönix auf den Punkt brachte:

“Frau Merkel soll uns das Geld geben und sich um ihren eigenen Kram kümmern.”

Es sieht leider ganz so aus, als ob das Ende der Fahnenstange in der Griechen-Rettung noch lange nicht erreicht ist.

Merkels Austeritätspolitik hat Griechenland kaputt gespart

Zudem wurden mit den ersten beiden Rettungspaketen zunächst nur griechische und französische Banken gerettet. Über eine Art Marshall-Plan für die Wirtschaft in Krisenländern denken die “Helden” in Brüssel ja erst seit wenigen Wochen nach. Dafür wurde dem griechischen Volk aber ein Spardiktat aufgezwungen mit dem Erfolg, dass Griechenlands Wirtschaft laut Spiegel Anfang 2012 gegenüber 2011 erneut um 6,2 Prozent einbrach.

Mehr konnte die Kanzlerin nicht falsch machen. Merkel beweist an Griechenland, welche dramatischen Auswirkungen eine verschleppte Insolvenz hat. Deshalb ist Insolvenzverschleppung bei juristischen Personen in Deutschland ja auch ein Straftatbestand.

{ 0 comments }

Verbraucher: Neuer Rekord bei Privatinsolvenzen in 2010

Februar 23, 2011

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland erreichte im Jahre 2010 einen neuen Rekord. Vor allem jüngere Bundesbürger seien betroffen. Die Anzahl der Privatinsolvenzen in Deutschland erreichte im Jahre 2010 einen neuen Rekord, teilt die Wirtschaftsauskunftei Bürgel mit. Demnach beantragten im vergangenen Jahr 139.110 private Schuldner in Deutschland die Insolvenz. Das sind 6,4 Prozent mehr Fälle […]

mehr… →

Steigende Privatinsolvenzen durch Niedriglöhne

Februar 14, 2011

Immer mehr Deutsche rutschen in die private Pleite, weil ihr Einkommen trotz Vollzeitjob zum Leben nicht reicht. Hauptursache sei laut Experten zu niedrige Löhne. Die deutsche Wirtschaft brummt. Trotzdem liegt Deutschland beim Anstieg privater Insolvenzen (Verbraucherinsolvenz) über dem europäischen Durchschnitt, stellt die renommierte Auskunftei Creditreform fest. So explodierte im Jahr 2010 die Zahl privater Pleiten […]

mehr… →

Insolvenzen – 2. Euroforum-Konferenz “Restrukturierung von Krediten”

August 18, 2010

Der aktuell starke Aufschwung geht an der deutschen Binnenwirtschaft vorbei. Die Insolvenzzahlen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor allem im Dienstleistungsbereich und im Handel bleiben unverändert hoch. Die 2. Euroforum-Konferenz “Restrukturierung von Krediten” am 27. und 28. September dieses Jahres im Hotel Hessischer Hof, Frankfurt/Main wird sich aus diesem Grunde mit den Möglichkeiten der […]

mehr… →

Kreditausfälle – Aufschwung geht am Binnenmarkt vorbei

August 18, 2010
werkstatt

Der Aufschwung der letzten Monate hat noch keine positive Wirkung auf Deutschlands Binnenkonjunktur. Die Insolvenzzahlen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bleiben unverändert, teilt Euroforum mit. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Auch die Banken sind nach wie vor mit einer Kreditvergabe an KMU vorsichtig. Betroffen sollen vor allem inländische Dienstleister und der Handel sein. […]

mehr… →

Was bedeutet das Fiskusprivileg?

Juli 24, 2010

Das Fiskusprivileg garantiert im Falle einer Involvenz dem Finanzamt den Erstrang unter den Gläubigern. Hat ein Unternehmen Steuerschulden, kann sich der Bund vor Kommunen, Arbeitnehmern, Auftraggebern (zum Beispiel Handwerkern), Banken und Inhabern an der Insolvenzmasse bedienen. Konsequenzen Bislang konnten Banken oftmals aufgrund ihrer starken Gläubigerposition die Finanzämter zur Mitarbeit oder zum Stillhalten bei Firmen-Sanierungen überzeugen. […]

mehr… →

Quelle-Katalog: Sind jetzt alle verrückt geworden?

Juli 3, 2009

Frei nach FTD könnte sich das Quelle-Katalog-Drama so entwickelt haben: Seehofer (CSU): Quelle ist gerettet! Guttenberg (CSU): Nö, noch nicht ganz! EU: Doch doch! Schlott und Prinovis: Der Katalog kommt! Quelle: Das Weihnachtsgeschäft wird toll! Druckereien: Wir liefern unter Eigentumsvorbehalt! Schlott: Oh! Insolvenzverwalter: Uh! Arcandor: Oh mein Gott, unsere Aktie! Prinovis: Quelle ist guter Kunde! […]

mehr… →

Quelle faktisch pleite – Cash-Pooling seriös?

Juni 28, 2009

Medienberichten zu Folge arbeitet das insolvente Versandhaus Quelle seit nunmehr drei Wochen ohne Liquidität. Der Geschäftsbetrieb soll demnach ausschliesslich nur noch durch Lieferantenkredite aufrecht gehalten werden. Quelle hatte kurz vor dem Insolvenzantrag sämtliches Geld an den Mutterkonzern Arcandor überwiesen. Gemäss Arcandor soll dieses Verfahren im „Cash-Pooling“ üblich sein. In meinen Augen handelt es sich hier […]

mehr… →

Quelle: 50 Millionen für ein Bilderbuch!

Juni 25, 2009

Wir leben im 21. Jahrhundert, in einer Welt mit Online Shops, Online Versand und Kundenbewertungen in Echtzeit. Kein klar denkender Mensch kommt im Jahre 2009 noch auf die Idee, sich Sonntag Nachmittag bei Kaffee und Kuchen hinzusetzen und im Quelle-Katalog zu blättern. Haben die keine Website? Der Seehofer (CDU) gehört in eine Internet-Schulung und nicht […]

mehr… →

Deutschlands kühlste Köpfe fordern Opels Insolvenz

März 7, 2009

Innenminister Wolfgang Schäuble und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg denken offen über eine Insolvenz des Autobauers Opel nach. Mitarbeiter, Gewerkschafter, SPD und Grüne sind entsetzt. Gewerkschafter Klaus Franz argumentiert mit Vertrauensverlust bei Kunden und Absatzeinbrüchen, SPD-Sprecher Björn Böhning hält dies für russisches Roulette und der Fraktionschefin der Grünen Thea Dückert fehlen dafür „belastbare Daten“. Hessens Ministerpräsident […]

mehr… →

Insolvenz nach dem Frühstück

November 29, 2008

Haus weg, Auto weg – wegen ein paar Brötchen Wenn ein Unternehmer (Bäcker, Mezger, Gastwirt) einen Teil seiner produzierten und zum Verkauf bestimmte Ware selbst verwendet, dann heisst es oft „kostet mich billig, krieg ich zum Einkaufspreis“. Aber geht die Rechnung auf? Eigenverbrauch zum Einkaufspreis Ein Bäckermeister und seine Familie gönnen sich jeden Morgen sechs […]

mehr… →

Chapter 11 oder Chapter 7 – Was passiert mit Aktien, Anleihen und Krediten?

November 22, 2008

Übersteigt die Summe der Verbindlichkeiten die Summe der Unternehmenswerte, muss ein US-Unternehmen dies seinem Bundesinsolvenzgericht melden. Es hat dann mehrere Möglichkeiten: vollständige Liquidation gemäss Chapter 7 (meiste Form der Insolvenz in den USA) beaufsichtigte Insolvenz und Reorganisation gemäss Chapter 11 individuelle Restrukturierung der Schulden nach Chapter 13. Bei Liquidation nach Chapter 7 stellt das Unternehmen […]

mehr… →