Sparpaket

Volkssparpaket: Wir senken unsere Ausgaben







by Frank Kerkau on September 1, 2010

piggy bank sparschwein muenzenDie Merkel-Regierung beschloss heute ihr bizarres Haushaltsbegleitgesetz. Wir müssen unseren Gürtel enger schnallen, um Pleite-Banken und gierige Manager durchzufüttern. Wirtschaftsthemen erklärt, wo wir Bürger sparen können:

Alles muss raus! Was die Regierung kann, kann Deutschland schon lange. Wir kürzen unsere privaten Ausgaben und beginnen dort, wo wir am wenigstens für unser Geld erhalten, bei Versicherungen, Zigaretten, Alkohol und Benzin.

Versicherungen
Eine Versicherung ist ein Geschäft mit der Angst. Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sind dennoch Pflicht, weil sie unsere Existenz absichern. Hausrat, Privathaftpflicht oder Kasko sind dagegen nur etwas für besonders ängstliche, die glauben, sich ihre Konsumgüter im Schadenfall nicht selbst wieder erarbeiten zu können. Wann war das letzte Mal Ihr Haus eingestürzt, wann hatten Sie sich zuletzt auf die Designerbrille Ihres Chefs gesetzt und haben Hausrat oder Auto noch den Wert, zu dem sie versichert sind?

Tabak
Wussten Sie, dass der Grossteil des Zigarettenpreises beim Fiskus landet? 14,5 Milliarden Euro nahmen Bund und Länder im Jahr 2007 durch Deutschlands Tabakkonsum ein. Müssen wir unser Leben riskieren, damit der Staat Pleite-Banken wieder aufpäppeln kann?

Alkohol
Durch unseren Alkoholkonsum nimmt der Bund jährlich rund zwei Milliarden Euro ein. Dabei schmeckt das Zeug nicht einmal, macht aber abhängig und schädigt unsere Gesundheit. Wenn wir unseren Alkoholverbrauch nur halbieren würden, hätte Deutschland eine Milliarde an Steuern gespart.

Energeisteuer (Minaralölsteuer)
Der Steueranteil pro Liter Benzin hat sich zwischen 1951 und 2003 auf 0,65 Euro verneunfacht. Im selben Zeitraum hat sich der Steueranteil pro Liter Diesel auf 0,47 Euro verzehnfacht. Der PKW-Bestand Deutschlands explodierte zwischen 1950 und 2010 um das 70-fache auf 42 Millionen Fahrzeuge, während die Bevölkerung im selben Zeitraum um fast 20 Prozent zulegte. Wer träumt nicht von so einem Geschäftsmodel, das dem Staat jährlich über 40 Milliarden Euro an Energiesteuern in die Kassen spült? Die Kosten für Umwelt und verbrachte Zeit im Stau kommen noch oben drauf. Schon wer im Sommer als Schönwetterradler unterwegs ist, spart nicht nur erheblich Steuern sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten seines Autos, er tut auch noch etwas Gutes für seine Gesundheit.

Bonus-Sparen bei Medikamenten
Stimmen Sie mir zu, wer weniger raucht, trinkt und mehr mit Fahrrad statt Auto unterwegs ist, lebt gesünder und benötigt weniger Medikamente? Dann verrate ich Ihnen noch, dass vom Arzneimittelpreis 25 Prozent also ein Viertel an den Fiskus gehen, 15 Prozent kassieren die Apotheken und vier Prozent der Grosshandel. Das Pharmaunternehmen erhält lediglich 56 Prozent von dem, was der Patient über seine Beiträge an die Krankenkasse bezahlen muss. Ist dieses Preis-Leistungsverhältnis noch gerecht? Gesündere Lebenweise zahlt sich also doppelt aus.

Wer weitere Ideen zum Bürger-Sparen hat, immer her damit.

Zahlen: DESTATIS, vfa
Foto: swimparallel / CC

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