Studie

Krebs-Risiko: Ist Handy-Strahlung doch tödlich?

by Frank Kerkau on Juni 1, 2011

Eine neue WHO-Studie warnt, dass Handy- und WLAN-Strahlung nun doch tödlich sein kann. Die häufige Nutzung von Mobiltelefonen über längere Zeit könnte das Risiko von Gehirntumoren erhöhen.

smartphone nokia n71

Die Zahl der Handy-Nutzer wächst ständig. Weltweit gibt es bereits fünf Milliarden Mobilfunk-Verträge. Doch noch immer streiten die Wissenschaftler über Gefahren für die Gesundheit durch nichtionisierende Strahlen, wie sie Handys, WLAN-Geräte oder Mikrowellen aussenden.

31 Wissenschaftler aus 14 Ländern hatten seit dem 24. Mai 2011 rund eine Woche lang fast alle verfügbaren wissenschaftlichen Belege ausgewertet. In der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon gingen sie der Frage nach, welches Krebs-Risiko von der Einwirkung elektromagnetischer Hochfrequenz-Strahlung ausgeht.

Untersucht wurden dabei

  • berufliche Auswirkungen von Radar und Mikrowellen,
  • Auswirkung von Radio-, Fernseh- und WLAN-Strahlung in der Umgebung (Elektrosmog) und
  • menschliche Belastung durch Mobiltelefone.

Die Wissenschaftler konnten nach eigenen Angaben jedoch aufgrund der begrenzten Anzahl an untersuchten Fällen mit bösartigen und gutartigen Gehirntumoren keine sichere Verbindung zu anderen Krebsarten herstellen. Ebenso war keine zuverlässige Aussage über die Auswirkungen von Elektrosmog und arbeitsbedingter Strahlenbelastung möglich. Die Forscher konnten auch nicht die Höhe des Krebs-Risikos beziffern.

Lediglich eine Studie bis zum Jahr 2004 soll belegen, dass nach einem intensiven Handy-Gebrauch von 30 Minuten pro Tag über einen sehr langen Zeitraum von 10 Jahren das Risiko, an einem Gehirntumor zu erkranken, rund 40 Prozent höher sei.

Trotzdem stuften die Fachleute jetzt die Strahlung als “möglicherweise krebserregend” ein, weil eben bei intensiver Handy-Nutzung eine erhöhte Gefahr für das Auftreten bestimmter Gerhirntumore (Gliome) bestünde. Vieltelefonierer sollten lieber zu einem Headset greifen, empfehlen die Forscher.

Foto: © FK

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