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Kapitalismus vs High-Tech!

Schliesst Marktwirtschaft technische Entwicklung aus?

Wie hier berichtet, hat Boeing ihren Satelliten-Internetservice “Connexion” eingestellt. Derzeit existiert kein Markt dafür. Zuvor hatte der Flugzeughersteller Milliarden in das Projekt investiert. Nun ist das Geld fort.

Das Beispiel stösst auf Kritik und Unverständnis. Per Rundumschlag werden die Manager unserer Zeit pauschal verurteilt:

“Heutige Manager haben einfach keine Fantasie, keine Geduld, nichts mehr.”

Ich könnte noch eins drauf setzen und sagen, ein guter Ingenieur ist ein schlechter Ökonom und umgekehrt. Obwohl das stimmt, wäre es hier jedoch zu einfach. Ein Firmenlenker hat zuerst einmal die Verantwortung für sein Unternehmen, die Mitarbeiter und die Anteilseigner. Wenn ich diese Verantwortung jetzt auf eine High-Tech-Company, wie Boeing eine ist, anwende, dann ergibt sich zwangsläufig auch die Verpflichtung in technische Entwicklung zu investieren. Tut ein Hochtechnologie-Unternehmen das nicht, dann sind der Marktverlust und die Insolvenz vorprogrammiert. Jüngstes Beispiel dafür – und da sind wir wieder bei Boeing, ist der Konkurrenzkampf zwischen Boeing und Airbus. Im Moment hat Boeing die Nase im zivilen Flugzeugbau vorn, weil sie sich zum einen auf die Marktanforderungen besser eingestellt und zum anderen in Komposit-Technologie investiert haben, was Airbus jetzt in den nächsten Jahren erst wieder aufholen muss. Stichwort A350 vs. Dreamliner. Manufakturen wie Patek Philippe oder Audemars Piguet sind weitere Beispiele, wo Hochtechnologie den Ton angibt. Uhrenhersteller entwickeln hochpräzise Kaliber und äusserst robuste Gehäuse mit völlig neuen Werkstoffen. Silikate und Alacrite sind hier die Stichworte. Breitling stellt die genausten Quarzwerke der Welt her. Oh nein! High-Tech-Companies, wie Pfizer, EADS, Boeing oder SAP müssen schon kräftig in die (Grundlagen-)Forschung auf ihrem Gebiet investieren oder diese einkaufen, um ganz vorne in der High-End-Liga zu spielen und den Ton anzugeben. In unserer schnelllebigen Zeit, ist die kleinste Nachlässigkeit tödlich für das Unternehmen.

Natürlich ist es schade, wenn sich herausstellt, dass eine Idee am Markt nicht ankommt. Das passiert und auch Manager sind nicht fehlerfrei. Und von mir aus dürfen sie mal einen Fehler machen, natürlich wenn’s nicht zu teuer wird.

Was mich jedoch irritiert, dass es doch gewisse Lobbies gibt, die sich auf ihren Lorbeeren ausruhen. Das Auto fährt seit über einhundert Jahren mit Verbrennungsmotor und nichts hat sich getan. Die Energieumwandler – ES GIBT KEINEN ENERGIEPRODUZENTEN LIEBE BWLer! – verräuchern immer noch die Umwelt und die kontrollierte Kernfusion ist nicht gelöst. Hier zum Beispiel ist noch eine Menge zu tun. Aber der Markt wird das regeln, über den Ölpreis. Da bin ich ganz sicher.

Also, eine pauschale Verurteilung des Managements, weil es sich mal irrt oder nicht gleich auf eine Notwendigkeit reagiert, ist einfach nicht akzeptabel. Die meisten tun schon und spätestens wenn der Markt nachfragt, geht die Hetzerei los. ;)

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