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SAP-Kunden sind massiv unzufrieden

Analysten jubeln über den Einkaufswahn von SAP. Derweil wächst der Unmut bei den Kunden. Sie meinen, der Softwarehersteller hätte das Geld besser in seine Produktentwicklung investieren sollen. SAP-Produkte seien total veraltet, nicht mehr zeitgemäß und der Produktkatalog unübersichtlich. Immerhin belasten die letzten beiden großen Deals – Business Objects und Sybase – die SAP-Konten mit rund 10 Milliarden Euro, Geld, das an anderer Stelle sinnvoller investiert wäre.

So schreibt Axel Susen, Initiator des Seestern IT Forums in einer Pressemitteilung:

“SAP gibt an, Millionen neuer Kunden gewinnen zu wollen”

und weiter

“Dabei sollte das Unternehmen lieber aufpassen, nicht die Bestandskunden zu vergraulen!”

Ein IT-Leiter pflichtet ihm bei:

“In der Auftragsabwicklung bspw. müssten Aufträge und Masken besser konfiguriert werden, im Record Management die Performance von XML auf klassische Datenbanktechnik erfolgen; im HR bedürfen Urlaubs- und Personal-Management dringend Verbesserungen. E-Mail- und Kalenderfunktion im SAP-Office sind gar aus der IT-Steinzeit!”

Die Vernachlässigung der Kunden wirkt sich ebenfalls auf den Aktienkurs aus. Die SAP-Aktie notiert derzeit bei rund 34 Euro. Ihr Höchststand lag vor Jahren bei einem Kurs von 71 Euro.

Mit Firmenübernahmen ist das immer so eine Sache. Sie machen Sinn, wenn zum Beispiel die Kontrolle über eine gesamte Wertschöpfungskette erlangt wird, um Kosten- und Versorgungssicherheit zu erzielen oder wenn damit durch Kunden nachgefragte Produkte das eigene Angebot sinnvoll ergänzen. Dient ein Zukauf jedoch dem betriebswirtschaftlichen Selbstzweck eines Unternehmens, kann das Ding auch nach hinten losgehen. Sobald das für die Übernahme aufgewendete Kapital von der eigenen Forschung und Produktentwicklung abgezogen wird, bricht die Innovation und mit ihr die Wettbewerbsfähigkeit zusammen. Kunden werden unzufrieden und wandern ab. Das Schicksal eines langfristig so agierenden Unternehmens ist damit besiegelt. Was nützen Millionen neuer Kunden, wenn sich der alte Kundenstamm in Luft auflöst?



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